Unter Corona-Bedingungen: 36 neue Schweizer Gardisten vereidigt

Schwur an der Gardefahne
CNA/Daniel Ibanez

Am heutigen Freitag wurden 36 Rekruten der Schweizer Garde vereidigt. Die Vereidigung findet traditionell jedes Jahr am 6. Mai statt, dem Jahrestag des "Sacco die Roma", als die Gardisten unter hohem Blutzoll des Papstes verteidigten. 

Auch in diesem Jahr fand die Zeremonie aufgrund der Coronavirus-Pandemie wieder im kleinen Rahmen statt. Als Gäste waren neben den Familien der Rekruten unter anderem auch der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz, dem Basler Bischof Felix Gmür und von Urban Federer OSB, Abt des Klosters Einsiedeln, vertreten. 

Hintergrund

Die kleinste Armee der Welt beschützt seit 1506 den Heiligen Vater und seine Residenz. Seine größte Bewährungsprobe hatte die Elite-Truppe des Papstes jedoch am 6. Mai des Jahres 1527. Beim sogenannten "Sacco di Roma" drangen die entfesselten Landsknechte von Kaiser Karl V. in Rom ein und verwüsteten die Ewige Stadt. Im letzten Moment konnten die Schweizer Gardisten Papst Klemens VII. über einen Geheimgang in die Engelsburg in Sicherheit bringen. Insgesamt 189 Gardisten leisteten der Übermacht der Plünderer Widerstand. Nur 42 Männer überlebten.

Um Gardist werden zu können, muss man Schweizer Staatsbürger sein und in der Heimat die Rekrutenschule absolviert haben. Bei der Vereidigung tragen die Rekruten die Gran-Gala-Uniform im Harnisch und schwören feierlich auf die Gardefahne. Es ist ein Schwur, der sie zur Loyalität zum Heiligen Vater und allen seinen rechtmäßigen Nachfolgern verpflichtet, gemäß dem Wahlspruch "tapfer und treu".

Neben dem Schwur, das Leben des Papstes notfalls mit dem eigenen Leben zu beschützen nehmen die Gardisten jedoch auch viele repräsentative Aufgaben wahr. Sie bewachen alle offiziellen Eingänge zur Vatikanstadt und stehen Besuchern aus aller Welt für Auskünfte rund um den Vatikan zur Verfügung.

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