Interview mit Klaus Berger: Der Autor von "Jesus" wird heute 75

Theologie-Professor, Provokateur, Beststeller-Autor: Klaus Berger

Bietet den "Dekonstrukteuren" von Jesus die kluge Stirn: Der Theologe und Autor Klaus Berger. Heute wird er 75 Jahre alt.
EWTN/Paul Badde

Seinen 75. Geburtstag feiert heute Klaus Berger. Nicht nur als Neutestamentler genießt der Theologie-Professor große Bekanntheit, sondern auch durch seine zahlreichen Bücher und Beiträge zu verschiedenen Themen in der Öffentlichkeit, vor allem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Professor Berger ist unter anderem führender Vertreter einer Denkrichtung der Theologie, die weder den überzogenen Liberalismus propagiert, noch einen biblischen Fundamentalismus. Sein Buch über Jesus ist ein Bestseller. 

Die Wissenschaft hat er in seinem Wirken schon seit Jahrzehnten mit vielen Ansätzen und Ideen bereichert; seine bisweilen als Provokationen aufgefassten Anstösse zeichnen auch seinen bisherigen Lebensweg ab: Von der Absicht, katholischer Priester zu werden, die an einem Häresie-Vorwurf scheiterte, über sein Wirken als evangelischer Theologieprofessor, obwohl er laut eigener Aussage nie aus der katholischen Kirche ausgetreten ist, bis hin zu seiner Hinwendung an die Spiritualität der Zisterzienser seit den 1990er Jahren.

 
CNA: Herr Professor Berger, wenn Sie am heutigen Tag Ihres Geburtstags einen Blick auf die Lage der Theologie in Deutschland werfen, wie würden sie diese kurz beschreiben?
 
BERGER: Dank jahrzehntelanger Trockenheit durchgehende Wüste bis zum letzten Loch. Eine Abwesenheit von Profil, Diskussion und Spannung. Es gibt keinen Namen, bei dem man studiert haben “müsste”.

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BERGER: Wo sind die theologischen Themen, zum Beispiel in der Kirchenmusik? Gibt es Neuentwicklungen in den Sakramentalien? Welche Felder sind hier wieder eingeschlafen? Theologische Bedeutung materiell orientierter stofflich-dinglicher Dinge und Praktiken. Bedeutung der vexilla? Die Relevanz der Kappellen und kleineren Oratoria für  die Alltagsfrömmigkeit.
 
CNA: Eines Ihrer großen Anliegen, wissenschaftlich wie persönlich, ist die Vereinigung der Christen. Mit Blick auf das nahende Luther-Gedenken: Was würden Sie sich in dieser Hinsicht von der Kirche und den protestantischen Geschwistern wünschen?

BERGER: Allgemeinverständliche Darstellungen des katholischen Augustinismus zwischen Bernhard und Luther – zum Beispiel Wilhelm von Saint-Thierry – und seiner seelsorgerlichen Bedeutung. Die Bedeutung des Stoßgebetes in diesem Rahmen.