Die Märtyrer von Chimbote: Zwei Polen und ein Italiener in Peru seliggesprochen

Sie lebten ein Apostolat "der Hilfe für die Bedürftigen und der Verteidigung der Kleinen und Schwachen" – Von marxistischen Terroristen ermordet

Tausende kamen zur Seligsprechung der Märtyrer.
CNA/David Ramos

Am Morgen des 5. Dezember hat Kardinal Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, in der Stadt Chimbote im Norden Perus, die Priester Alessandro Dordi, Miguel Tomaszek und Zbigniew Strzalkowski seliggesprochen. Sie wurden 1991 von der marxistischen Guerillagruppe Sendero Luminoso – "Leuchtender Weg" – getötet.

An der Zelebration, die im Centenario-Stadion von Chimbote stattfand, nahmen Bischöfe aus verschiedenen Diözesen Perus, sowie zahlreiche Priester teil.

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Zu Beginn der Feier, ca. 10.30 Uhr Ortszeit, bat der Bischof von Chimbote, Ángel Simón Piorno, Papst Franziskus, vertreten durch Kardinal Amato, um die Seligsprechung der drei Missionspriester.

Nachdem eine kurze Biografie der drei Blutzeugen vorgetragen worden war, las der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse die Botschaft des Heiligen Vaters, durch welche die drei Priester offiziell seliggesprochen wurden.

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Im Anschluss wurden das Bild der Seligen Alessandro, Miguel und Zbigniew enthüllt. Das Fest der Seligen Miguel Tomaszek und Zbigniew Strzalkowski wurde für den 9. August festgelegt, während des seligen Alessandro Dordi am 25. August gedacht werden wird.

Genau an diesen Tagen wurden sie 1991 vom Sendero Luminoso getötet.

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In seiner Predigt hob Kardinal Angelo Amato die Beziehung zwischen dem Martyrium und der bevorstehenden Feier des Weihnachtsfestes hervor.

"In seiner Menschwerdung hat Jesus die Sprache des Himmels, die die Liebe ist, auf die Erde gebracht" sagte er.

"Durch die Liebe hat Jesus den Himmel auf die Erde gebracht und deshalb ist die Liebe für uns Christen wesentlich" betonte er und wies darauf hin, wie wichtig es für die Gläubigen sein "die Liebe zu bezeugen."

"Die Liebe verzeiht den Mördern"

Kardinal Amato zeigte auf, dass die Märtyrer "die Sprache der Liebe Gottes sprechen."

Obwohl sie aus "aus fernen Länder kamen und in andere Sprachen redeten. Pater Miguel und Pater Zbigniew sprachen polnisch, Pfarrer Alessandro italienisch" und als sie nach Peru kamen, lernten sie, spanisch zu sprechen.

"Aber in Wirklichkeit war die Sprache der drei Märtyrer vor allem die Liebe" versicherte er, denn "ihre Verkündigung, ihr Verhalten, ihr Apostolat, ihre Bereitschaft zum Martyrium waren Lektionen der Liebe. Die Liebe besiegt den Hass und besänftigt die Rache" fügte er hinzu.

"Die Liebe verzeiht den Mördern" sagte er, und schafft dadurch Versöhnung.

Für Kardinal Amato "ist die Liebe der wahre und echte ´sendero luminoso´, der leuchtende Weg, der Leben bringt und nicht Tod", Frieden statt Krieg, Geschwisterlichkeit statt Spaltung.

Das Apostolat der im Norden Perus getöteten Märtyrer war jenes "der Hilfe für die Bedürftigen und der Verteidigung der Kleinen und Schwachen."

Der vatikanische Würdenträger erinnerte daran, dass "im Zeitraum des revolutionären Terrors die Ideologie des Todes vor allem gegen die Kirche und die Priester Attentate verübte, in Brand steckte, profanierte" und tötete.

Als Antwort darauf bewies das christliche Leben der Gläubigen der Kirche, dass "die christliche Religion die Völker nicht betäubt, sondern die wahren menschlichen Werte fördert und Gerechtigkeit und soziale Eintracht schafft."

Kardinal Amato betonte, dass die Märtyrer "wegen des Hasses auf den Glauben getötet wurden, wie Lämmer, die man zur Schlachtbank führt" und erinnerte, dass das Volk bei der Beerdigung der Priester die Särge mit Blumen und Tränen begleitete.

Die drei Botschaften der Märtyrer

Die Märtyrer hinterlassen uns drei Botschaften, sagte er. "Die erste ist eine Botschaft des Glaubens. Die Märtyrer überwanden die Schwierigkeiten ihrer Mission auf peruanischen Erde dank eines außerordentlichen Vertrauens in die göttliche Vorsehung."

Das "gab ihnen die Gelassenheit, sich dem Plan Gottes anheimzugeben", auch "trotz konkreter Todesgefahr."

"Die zweite Botschaft ist jene der Liebe. Aus Liebe waren sie Missionare geworden, gedrängt vom Wunsch, Christus zu verkünden und den Völkern die Frohe Botschaft des Evangeliums zu bringen."

Die seliggesprochenen Märtyrer "lehrten die Kinder und Jugendlichen die Liebe zu Jesus. Sie halfen den Bedürftigen und pflegten die Kranken", besonders während der Cholera-Epidemie, die Peru 1991 heimsuchte.

Darüber hinaus "zeigten sie auch, wie man die Felder bewirtschaftet und Straßen baut. Sie hatten keine Feinde, alle achteten und liebten sie."

Der Kardinal erläuterte, dass die dritte Botschaft, die die Märtyrer hinterlassen "die Treue zur christlichen und missionarischen Berufung ist."

"Die Märtyrer waren beharrlich im Gebet und führten froh ein armes und einfaches Leben" betonte er.

Die neuen Seligen "sind Märtyrer sowohl dem Blut nach" als auch "aufgrund des Zeugnisses der Liebe, die unsere, vom Bösen verseuchte Geschichte in Heilsgeschichte und Sauerteig der Hoffnung und Liebe verwandelt."

"Die Märtyrer laden uns auch ein, uns unserem eigenen Martyrium der täglichen Müdigkeit zu stellen, das Treue in der Familie bedeutet" sowie beständige Vergebung für jene, die uns beleidigen,  "die Verpflichtung der Erziehung der Kinder" und die Mitwirkung am Gemeinwohl und in der Arbeitswelt.

Kardinal Amato beendete seine Predigt mit der Bitte an die Märtyrer, für die Kirche in Ancash, in Peru und in der ganzen Welt Fürbitte einzulegen.

An der zahlreich besuchten Zeremonie nahmen auch hunderte von Ordensleuten teil, die schon von den frühen Morgenstunden an mit Freude auf den Moment der Seligsprechung warteten.

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Für den 6. Dezember hatten die Pfarreien, in denen die Patres Alessandro Dordi, Miguel Tomaszek und Zbigniew Strzalkowski ihren pastoralen Dienst versehen hatten, Dankesmessen für die Seligsprechung geplant, ebenso künstlerische Darbietungen und gemeinsame Aktivitäten der Gläubigen.