Abschied von Erich Leitenberger im Wiener Stephansdom

Requiem für Erich Leitenberger im Wiener Stephansdom am 3. Februar 2021
Foto: Kathpress

Kardinal Christoph Schönborn zelebrierte am vergangenen Mittwoch, dem 3. Februar 2021, das Requiem für den am 18. Jänner verstorbenen katholischen Journalisten, langjährigen Mediensprecher der Erzdiözese Wien und Chefredakteur der österreichischen Katholischen Presseagentur Kathpress.

Der Trauergottesdienst fand unter strengen Corona-Maßnahmen in einem kleinen Kreis von fünfzig eingeladenen Trauergästen statt. Familienangehörige, Vertreter der katholischen Kirche und der Ökumene sowie Freunde und Berufskollegen nahmen Abschied von einem tiefgläubigen, herzensguten, hilfsbereiten und bescheidenen Menschen, Prof. Erich Leitenberger. Erzbischof von Wien Kardinal Christoph Schönborn stand gemeinsam mit dem Linzer Bischof Manfred Scheuer und dem Domdekan Rudolf Prokschi der Trauerfeier vor, an der auch die Bischöfe Maximilian Aichern und Helmut Krätzl, der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis), der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic), der koptische Bischof Anba Gabriel, der armenische Bischof Tiran Petrosyan, der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, der anglikanische Bischofsvikar Patrick Curran, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin und der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura sowie der frühere evangelische Superintendent Hansjörg Lein teilnahmen. 

In seiner sehr persönlichen Trauerrede bezeichnete Kardinal Schönborn den 46 Jahre lang im kirchlichen Dienste stehenden verstorbenen Publizisten als „Mann des Wortes, des geschriebenen Wortes“, dem das schwierige Kunststück gelungen war, die Kirche zu vertreten und gleichzeitig über sie objektiv zu berichten. Der Erzbischof würdigte die Loyalität, Bescheidenheit (zu der auch das unfassbare Wissen gehörte), Unaufgeregtheit und Sachlichkeit seines früheren Pressesprechers. „Diese Unaufgeregtheit war keine Unbeteiligtheit, sondern die große Kunst, für die wir ihm nur danken können und die eigentlich den Menschen besonders auszeichnet: die Fähigkeit zur Sachlichkeit“, meinte Kardinal Schönborn und fügte hinzu: „Diese Gabe der Sachlichkeit hat in den vielen Stürmen, die die Kirche in den Jahren seines Wirkens durchlaufen hat, ihn immer zu etwas befähigt, was völlig vereinbar bei ihm war mit dem aufrechten Gang, nämlich die Loyalität. Ich habe immer bewundert an Erich Leitenberger, dass Loyalität und Wahrhaftigkeit kein Widerspruch sind. […] Darin ist er für viele ein großes Vorbild gewesen.“ Kardinal Schönborn hob Leitenbergers Tätigkeit für die Ökumene hervor, die viel Gutes gewirkt habe. „Er hat leidenschaftlich unaufgeregt mit höchster Kompetenz die Beziehung zu den anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften gelebt, gesucht und in seinen Berichten auch bekannt gemacht“, betonte der Erzbischof.

Erich Leitenberger wurde am 7. August 1944 in Wien geboren. Seine journalistische Laufbahn begann er 1967 als Redakteur bei der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“. 1974 trat er in den kirchlichen Dienst ein, als ihn Kardinal Franz König zum Pressesprecher der Erzdiözese Wien bestellte. Diese Aufgabe hatte Leitenberger 33 Jahre lang – mit dreijähriger Unterbrechung – bis zum Mai 2011 inne. Zugleich war er 28 Jahre lang (1981-2009) Chefredakteur der österreichischen Katholischen Presseagentur Kathpress und in dieser Funktion auch Pressereferent der Österreichischen Bischofskonferenz. Nach seiner Pensionierung war Erich Leitenberger bis zuletzt ehrenamtlich aktiv. Als ausgewiesener Kenner der Ökumene, der sich besonders für die Christen des Nahen Ostens einsetzte, war er Pressesprecher der von Kardinal Franz König 1964 begründeten Stiftung PRO ORIENTE sowie des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), dessen Vorstand er angehörte. Darüber hinaus war Leitenberger Vizepräsident der Kardinal-König-Stiftung. Als Mitglied des Päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem engagierte er sich für zahlreiche Sozialprojekte im Heiligen Land. Erich Leitenberger war Träger des päpstlichen Gregoriusordens. Die Republik Österreich würdigte seine Verdienste mit der Verleihung des Berufstitels „Professor“ sowie dem Goldenen Ehrenzeichen. Am 18. Jänner 2021 ist Erich Leitenberger im 77. Lebensjahr an Herzversagen in Wien verstorben. 

Am Ende des Requiems, nach der Abschlusssegnung des Leichnams durch Kardinal Schönborn, sprachen der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios und der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura gemeinsam ein orthodoxes Totengebet, das mit dem Gesang „Ewiges Gedenken“ schloss. Mit dieser Trauerfeier im Stephansdom nahm Erich Leitenberger Abschied von Wien. Im Anschluss daran wurde sein Leichnam nach Salzburg überstellt, wo am 5. Februar das Begräbnis im engsten Familienkreis stattfand. 

Da die Teilnahme an der Trauerfeier vor Ort coronabedingt nur für wenige Personen möglich war, wurde der Trauergottesdienst im Livestream übertragen. Zu einem späterem Zeitpunkt, sobald es die Corona-Vorschriften erlauben, wird es auch einen öffentlich zugänglichen Gedenkgottesdienst für Erich Leitenberger geben.

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