Berufungsgericht lehnt Antrag der Eltern von Alfie Evans ab

Alfie Evans
Foto: Facebookseite von "Alfie's Army"
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Der Versuch der Eltern des kranken Kleinkindes Alfie Evans ist gescheitert: Tom Evans und Kate James hatten versucht, Berufung gegen einen richterlichen Beschluss einzulegen, der dessen Überführung nach Rom verbietet. 

Das britische Berufungsgericht wies den Antrag ab, so dass das Kind im englischen Kinderkrankenhaus "Alder Hey" bleiben muss. Dieses hat, gegen den Willen der Eltern, lebensunterstützende Maßnahmen für das Kind eingestellt, und ihm zeitweise auch kein Wasser und Lebensmittel zugeführt. 

"Es ist widerlich, wie er behandelt wird. Nicht einmal ein Tier würde so behandelt werden", sagte Evans und fügte hinzu, dass Alfie weiter "kämpfe".

Alfie Evans ist ein 23 Monate altes Kleinkind, das sich in einem Zustand befindet, den Ärzte als "semi-vegetativen Zustand" beschrieben haben, aufgrund einer mysteriösen degenerativen neurologischen Erkrankung, die Ärzte nicht richtig diagnostizieren konnten. Er ist seit Dezember 2016 im Krankenhaus "Alder Hey".

Im März bestätigte das Londoner Berufungsgericht die Entscheidung eines niedrigeren Gerichts, lebensunterstützende Maßnahmen für Evans zu beenden.

Alfie Evans Eltern, Kate James und Tom Evans, hatten wiederholt Anfragen gestellt, ihn in das mit dem Vatikan verbundene "Bambino Gesu"-Kinderkrankenhaus in Rom zur weiteren Diagnose und Behandlung zu überstellen.

Sie sagten, dass Evans in letzter Zeit "stärker und reaktionsfähiger" geworden sei und dass er einige Atemzüge machen könne und sich ausstrecken, husten, schlucken und gähnen würde. "Alder Hey" lehnte die Überweisung jedoch wiederholt ab.

Bis zum Montag glaubten die Ärzte nach eigenen Angaben nicht, dass er in der Lage sei, alleine zu atmen. Stattdessen überlebte Alfie Evans die Nacht, nachdem die Mediziner sein Beatmungsgerät entfernt hatten. Laut seinem Vater gaben Ärzte Evans Wasser und zusätzlichen Sauerstoff, aber das Kind hatte fast einen Tag lang keine Nahrung bekommen.

Alfies Vater reiste am 18. April nach Rom, um sich mit Papst Franziskus zu treffen. Er bat in Italien um Asyl für seine Familie, damit sein Sohn umziehen konnte.

Papst Franziskus hatte mehrmals für Evans und seine Familie gebetet, unter anderem bei einer allgemeinen Audienz und in mehreren Twitter-Beiträgen.