Bischof Bätzing: "Angriffe auf Juden sind Angriffe auf unser Zusammenleben"

Vorsitzender der Bischofskonferenz gratuliert dem Zentralrat der Juden in Deutschland

Die Menora vor einer Synagoge in Karlsruhe.
Foto: Baden-Paul / Wikimedia (CC0)

Am kommenden Sonntag, dem 19. Juli, wurde vor 70 Jahren der "Zentralrat der Juden in Deutschland" gegründet. Aus diesem Anlass gratuliert der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing von Limburg, der Einrichtung.

In einem Brief an den Präsidenten des Zentralrates, Josef Schuster, schreibt Bätzing: "Von Anfang an stand der Zentralrat vor der Herausforderung, angesichts der unterschiedlichen Herkünfte und Erfahrungen, der kulturellen und religiösen Prägungen die Einheit der jüdischen Gemeinschaft zu stärken."

Dazu zähle auch die Integration verschiedener religiöser Strömungen in der jüdischen Gemeinschaft. Die Neugründung von Gemeinden, Synagogenneubauten, die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, zwei Rabbinerseminare und vieles andere belegten die intellektuelle und spirituelle Vitalität des Judentums in Deutschland, so der Bischof.

Mit großem Engagement habe sich der Zentralrat in den vergangenen Jahrzehnten an den politischen und kulturellen Debatten in Deutschland beteiligt. "Die jüdischen Stimmen, die die öffentliche Aufmerksamkeit auf rechtsextremistische und antisemitische Gruppen und Strömungen lenkten, haben einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung einer demokratischen Kultur in diesem Land. Dazu gehört nicht zuletzt auch die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Ermordung der europäischen Juden, die der Zentralrat immer wieder durch eigene Stellungnahmen begleitet hat", schreibt Bätzing.

Leider werde das Jubiläum des Zentralrats durch eine Zunahme antisemitischer Angriffe überschattet: "Angriffe auf Juden sind Angriffe auf unsere Demokratie und unser Zusammenleben. Seien Sie gewiss, dass die katholische Kirche auch weiterhin im Kampf gegen Antisemitismus an Ihrer Seite stehen wird."