Bischof Schneider: Trotz der Unruhen sind die Katholiken in Kasachstan sicher

Bischof Athanasius Schneider
Foto: CNA / Petrik Bohumil

Bischof Athanasius Schneider hat am Samstag erklärt, dass für die Katholiken in Kasachstan keiner Gefahr durch die Unruhen in dem zentralasiatischen Land ausgesetzt sind.

Der deutschstämmige Schneider, Weihbischof der Erzdiözese Astana, veröffentlichte die Botschaft am 8. Januar auf seinem Twitter-Account.

"Die Katholiken in Kasachstan sind Gott sei Dank in Sicherheit", schrieb er. "In unseren Kirchen feiern wir weiterhin die Heilige Messe, machen eucharistische Anbetung und beten besonders für den Frieden in unserem Land und für die Harmonie im gesellschaftlichen Leben, die das kasachische Volk wünscht."

Die Proteste in dem Land mit fast 19 Millionen Einwohnern brachen am 2. Januar nach einem starken Anstieg der Kraftstoffpreise aus.

Die Demonstrationen begannen in der Stadt Zhanaozen und weiteten sich auf andere städtische Gebiete aus, darunter die größte Stadt des Landes, Almaty.

Präsident Kassym-Jomart Tokajew rief den landesweiten Notstand aus und forderte Truppen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit an, dem Bündnis aus Russland und verbündeten Staaten.

Tokajew wies die Sicherheitskräfte an, "ohne Vorwarnung zu schießen", berichtete die BBC am 7. Januar.

US-Außenminister Antony Blinken rief am Vortag zu einer "friedlichen, die Rechte achtenden Lösung der Krise" auf.

Kasachstan, das größte Binnenland der Welt, ist ein mehrheitlich muslimisches Land, das an Russland, China, Kirgisistan, Usbekistan und Turkmenistan grenzt. Es gibt eine beträchtliche russisch-orthodoxe Minderheit und schätzungsweise 250.000 Katholiken, darunter viele Deutsche, Litauer und Polen. Die Zahl der Katholiken stieg infolge der Deportationen unter dem sowjetischen Massenmörder und kommunistischen Diktator Joseph Stalin erheblich an.

Die meisten Katholiken in Kasachstan gehören dem lateinischen Ritus an, aber es gibt auch eine Minderheit des östlichen Ritus von etwa 3.000 Personen.

Johannes Paul II. war der erste Papst, der Kasachstan im Jahr 2001 besuchte. Papst Franziskus erwog Berichten zufolge eine Reise in das Land.

In den letzten Jahren hat sich Kasachstan zu einer Bastion des traditionalistischen Katholizismus entwickelt. Bischof Schneider hat durch sein exponiertes Eintreten internationales Aufsehen erregt und zahlreiche Anhänger , aber auch Kritiker gewonnen. 

Bischof Schneider ist zudem einer der Verfasser des "Bekenntnisses zu den unveränderlichen Wahrheiten des Ehesakraments", welches von drei kasachischen Bischöfen am 31. Dezember 2017 veröffentlicht wurde. Und im Jahr 2020 unterzeichnete Schneider einen "Appell an die Kirche und die Welt" zur Coronavirus-Pandemie. Er verteidigte das Dokument gegen Kritiker, die behaupteten, es sei von Verschwörungstheorien geprägt. 

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.