Bischöfe in Bolivien: "Genug des Todes! Genug der Gewalt!"

Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizei in La Paz (Bolivien) am 21. November 2019
Foto: Brito Miserocchi / Getty Images
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Die Bischöfe Boliviens fordern ein Ende der Gewalt angesichts anhaltender Gewalt und Proteste nach dem Rücktritt des ehemaligen Präsidenten Evo Morales.

Das meldet die katholische Nachrichtenagentur ACI Prensa.

"Wir erheben unsere Stimme, um alle aufzurufen. Genug des Todes! Genug der Gewalt! Genug des Leides und der Schmerzen", sagten die Bischöfe in einer Erklärung mit dem Titel "Spirale von Gewalt und Tod".

Wie die spanischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch weiter berichtet, verurteilen die Oberhirten alle Formen von "Gewalt, wo immer sie herkommt. Wir erinnern noch einmal daran, dass es irrational und unverantwortlich ist, und es ist keine Lösung für Konflikte zwischen Menschen."

Die Bischöfe warnen, dass die "wachsende Spirale von Irrationalität und Gewalt" weiterhin Verletzungen, Tod und Trauer in das Land bringe, wenn die Demonstranten ihre Forderungen "nicht friedlich zum Ausdruck bringen können und die staatlichen Kräfte auf den Einsatz übermäßiger Gewalt verzichten können".

Evo Morales trat am 10. November nach wochenlangem Protest wegen einer umstrittenen Wahl am 20. Oktober zurückgetreten. Der sozialistische Machthaber war seit 2006 an der Macht.

Nach Angaben der Wahlkommission gewann Morales im ersten Wahlgang, aber die Opposition äußerte Vorwürfe klaren Wahlbetrugs. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) stellte am 10. November fest, dass es bei den Wahlen "klare Manipulation" durch das sozialistische Regime gebe und dass es statistisch unwahrscheinlich sei, dass Morales so gewonnen habe.

Innerhalb weniger Stunden nach dem OAS-Bericht trat Morales zurück, nachdem er vom Chef der bolivianischen Streitkräfte dazu "ermutigt" worden war, wie Medien berichten.

Die stellvertretende Senatsvorsitzende Jeanine Anez fungiert bis zu den nächsten Wahlen als Interimspräsidentin. Morales wurde von Mexiko Asyl angeboten.

In einigen Städten sind aufgebrachte Anhänger von Morales mit der Polizei zusammengestoßen, und Dutzende wurden Berichten zufolge getötet. Gleichzeitig haben Straßenblockaden durch Anhänger des sozialistischen Regimes in einigen Bereichen die Versorgung mit Lebensmittel und Treibstoff abgeschnitten.

Das Militär geht mit Gewalt gegen die größten Blockaden vor.

Am Freitag reichte die Übergangsregierung eine Strafanzeige gegen Morales ein. Sie wirft dem ehemaligen Präsidenten Aufruhr und Anstiftung zum Terrorismus vor.

Innenminister Arturo Murillo hat eine Audioaufnahme vorgelegt, in der er sagt, dass Morales zu hören sei, wie er seine Unterstützer anweist, Blockaden zu schaffen, um die Übergangsregierung zu destabilisieren, berichtet "Reuters".

In ihrer Erklärung appellieren die Bischöfe an alle Seiten: "Ruft nicht zu Konfrontation und Gewalt auf, sondern lasst Worte des Friedens und der Versöhnung aus eurem Mund kommen."

"Lasst uns alle Friedensbauer sein und den Gott des Lebens, der nie den Tod wünscht, bitten, unsere Herzen und unseren Geist zu inspirieren, die Wege des Friedens unter allen Bolivianern zu gehen."

In einer heiligen Messe in der Kathedrale von Sucre beteten Gläubige am 21. November für Frieden im Land.

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