Bischöfe warnen: Zuzulassen, dass Kinder Pornographie sehen, ist Kindesmissbrauch

Jedes Smartphone ist ein potentielles Schaufenster auf sexuelle Ausbeutung und die Objektifizierung menschlicher Körper.
Foto: Antranias via Pixabay (Gemeinfrei)
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"Kinder der Pornographie auszusetzen schädigt sie derart, dass es als Kindesmissbrauch angesehen werden muss": Das erklären die Bischöfe Australiens in einer jüngsten Erklärung, die sie an den Senat des Landes geschickt haben.

"Die Kinder haben ein Recht darauf, Kinder zu sein, weit weg vom Druck der Werbung, von Bilden im Fernsehen oder im Internet, die sie dazu bringen wollen, sich wie kleine Erwachsene zu kleiden und zu benehmen. Die Kinder mit sexuellen Bilden zu bombardieren, kann Schäden in ihrer Entwicklung hervorrufen" ermahnen die kirchlichen Würdenträger im Schreiben an den Senat.

Während einer Untersuchung des Komitees für Schäden durch Pornographie im Internet, haben die katholischen Bischöfe Australiens zum Ausdruck gebracht, dass eine Pflicht bestünde, die Familien vor Pornographie zu schützen.

Sie fügten hinzu, dass diese Branche zu etwas Allgemeinem und Alltäglichen geworden wäre, zu einem "Hintergrundbild" im Leben der Jugendlichen.

Des weiteren beklagten sie die sexuellen Bilder in der Werbung, den Musikvideos und den Videospielen: "zuzulassen, dass die Kinder der Pornographie ausgesetzt sind, ist eine Form von Missbrauch" wiederholten sie.

"Die Kirche hat ihre eigene schändliche Geschichte, was den Missbrauch von Minderjährigen angeht, und - vor allem aufgrund der schrecklichen Erfahrung der Opfer - will sie keine anderen Formen von Kindesmissbrauch sehen müssen, wie den Schaden, der aus einer wachsenden Verfügbarkeit von Pornographie resultiert" heißt es weiter.

Im Einklang mit den erwähnten Untersuchungen besteht für die Bischöfe eine Verbindung dazwischen, dass Kinder der Pornographie ausgesetzt sind und der Möglichkeit, dass sie Opfer sexueller Gewalt werden. Das sei auch eine Folge davon, dass viele bereits ab einem Alter von 13 Jahren der Pornographie exponiert wären.

Ebenso sei es wahrscheinlicher, dass Kinder, die der Pornographie ausgesetzt wären, später bereitwilliger voreheliche sexuelle Beziehungen eingingen, anfälliger dafür wären, noch vor ihren Freunden sexuelle Beziehungen zu machen, eher riskantes sexuelles Verhalten an den Tag legen, Frauen als Sexobjekte ansehen und Kinder belästigen würden.

"Es gibt überzeugende Beweise für die Notwendigkeit, dass die australische Gesellschaft handeln muss, um die Kinder vor diesen Schäden zu bewahren und auch, um die Gemeinschaft vor den Verletzungen der Erwachsenen zu bewahren, die in ihrer Kindheit betroffen waren" so die Bischöfe.

Sie verwiesen auf die Pornographie auch aus Sicht des Christentums, mit den Worten Jesu aus dem 5. Kapitel des Matthäusevangeliums: "Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen".

Die Pornographie "schädigt die Struktur unserer Gemeinschaft" mahnen sie, und mache es schwierig, dass Männer und Frauen auf respektvolle und liebevolle Weise in Beziehung zueinander treten. Die Pornographie führe weiterhin dazu, "Personen als minderwertig anzusehen und biete eine verzerrte Sicht von Beziehungen".

Sie hoben auch die Pflicht der Gemeinschaft hervor, die Kinder zu schützen, falls die Eltern nicht handeln würden. Auch schlugen sie ein System von Filtern für Internet vor, mit einer Ausnahmeklausel für Erwachsene und eventuell am britischen Modell inspiriert.

Die Erklärung der Bischöfe an das Parlament wurde von der bischöflichen Kommission für Familie, Jugend und Leben vorbereitet und vom Präsidenten der Kommission sowie Bischof von Broken Bay, Peter Comensoli, unterzeichnet.