Bundesregierung plant, Änderung der "Geschlechtsidentität" einmal pro Jahr zu erlauben

Der Reichstag in Berlin, Sitz des deutschen Bundestags
Foto: Pixabay / cocopariosienne

Familienministerin Lisa Paus (Grüne) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) haben am Donnerstag Eckpunkte für ein Selbstbestimmungsgesetz vorgestellt, wonach "eine Erklärung mit Eigenversicherung beim Standesamt" reichen soll, um die "Geschlechtsidentität" auf offiziellen Dokumenten zu ändern. Das neue Gesetzesvorhaben der Ampel-Bundesregierung soll das Transsexuellengesetz ablösen.

"Volljährige Personen können im Sinne einer echten Selbstbestimmung die Änderung ihres Geschlechtseintrags und ihrer Vornamen durch Erklärung mit Eigenversicherung veranlassen", heißt es in den Eckpunkten. Für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren sind die Eltern zuständig, danach können die Minderjährigen "selbst mit Zustimmung der Sorgeberechtigten" ihre Erklärung abgeben.

"Um die Persönlichkeitsrechte der jungen Menschen zu wahren, kann das Familiengericht in den Fällen, in denen die Sorgeberechtigten nicht zustimmen, orientiert am Kindeswohl – wie auch in anderen Konstellationen im Familienrecht – die Entscheidung der Eltern auf Antrag des Minderjährigen ersetzen", so der Plan der Bundesregierung.

Die Änderung der "Geschlechtsidentität" soll einmal jährlich möglich sein, was "dem Übereilungsschutz" diene und "die Ernsthaftigkeit des Änderungswunsches" sicherstelle.

Ob Männer, die sich vor dem Standesamt als Frauen erklären, an Sportveranstaltungen für Frauen teilnehmen dürfen, solle "der autonom organisierte Sport in eigener Zuständigkeit" festlegen können.

Papst Franziskus

Papst Franziskus hat sich mehrfach kritisch zur Gender-Ideologie geäußert. Sie sei ein "Fehler des menschlichen Geistes", der "Verwirrung" stifte, so der Heilige Vater im Jahr 2015.

Im selben Jahr fragte er, "ob die sogenannte Gender-Theorie nicht auch Ausdruck von Frustration und Resignation ist, die darauf abzielt, den Unterschied zwischen den Geschlechtern auszulöschen, weil sie sich nicht mehr damit auseinanderzusetzen versteht. Ja, wir laufen Gefahr, einen Rückschritt zu machen. Denn die Beseitigung des Unterschieds ist das Problem, nicht die Lösung."

Deutlich sagte er im Jahr 2016:

In Europa, in Amerika, in Lateinamerika, in Afrika, in einigen Ländern Asiens gibt es einen wahren ideologischen Kolonialismus. Und einer von diesen – ich nenne ihn unverhohlen beim Namen – ist die Gender-Theorie! Heute wird den Kindern – den Kindern! – in der Schule beigebracht, dass jeder sein Geschlecht selber wählen kann. Und warum wird das gelehrt? Weil die Lehrbücher von den Personen und den Institutionen kommen, die dir das Geld geben. Das sind die Formen von ideologischem Kolonialismus, die auch von sehr einflussreichen Ländern unterstützt werden. Und das ist schrecklich.

Später erklärte er, er habe sich dabei auf "diese Bosheit" bezogen, "mit der heute durch die Gender-Theorie Indoktrination betrieben wird".

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