Chaldäischer Patriarch zum türkischen Angriff auf christliche Region im Irak

Patriarch Louis Raphael Sako, Oberhaupt der Chaldäisch- Katholischen Kirche, am 11. Dezember 2015.
Foto: CNA/Alexey Gotovskiy

Am vergangenen Wochenende bombardierten türkische Flugzeuge ein historisch von Christen besiedeltes Gebiet in der irakischen Provinz Kurdistan.

Das berichtet die Agentur "Fides".

Die Region in der Nähe der Stadt Zaxo (auch bekannt als Zakho) liegt an der Grenze zur Türkei und ist die Heimat chaldäischer, syrischer und assyrischer Christen.

Das erklärte Ziel der türkischen Angriffe sind die Stützpunkte der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) auf irakischem Gebiet.

Die Stadt Zaxo hat aktuell rund 200.000 Einwohnern, hauptsächlich Kurden und chaldäische Christen. Sie liegt am Ufer des Flusses Chabur – einem Nebenfluss des Tigris – und ist der Geburtsort des derzeitigen chaldäischen Patriarchen, Kardinal Louis Raphael Sako.

"Die Situation", berichtet der Patriarch auf Nachfrage von Fides, "ist angespannt und unklar. Es ist die Rede von mindestens fünf getöteten Zivilisten und vielen Vertriebenen. Es ist nicht klar, was Erdogan will. Und die irakische Regierung hat mit Sicherheit nicht die Möglichkeit, sich einem möglichen Krieg mit der Türkei zu stellen. Wir sehen uns mit immer größeren Problemen konfrontiert, in einer Spirale, die den Menschen den Atem und die Bevölkereung unter dem Gewicht von Müdigkeit und Sorge erdrückt".

Das irakische Außenministerium bezeichnet die Angriffe des NATO-Partners als Verstöße gegen internationales Recht. Die türkischen Übergriffe auf irakisches Territorium sowie die jüngsten von Ankara durchgeführten Militärkampagnen im syrischen und libyschen Kontext bestätigten das exponentielle Wachstum eines geopolitisch-militärischen Aktivismus der Türkei, so Fides, der in den letzten Jahren zu einem wesentlichen Faktor der Konflikte in der Region geworden ist.

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