Das Jahr Johannes Paul II.: Die Jugendlichen und der WJT – Liebe auf den ersten Blick

Die Geburtsstunde der Weltjugendtage und die Rolle der Jugendlichen in der Vision des polnischen Papstes

Papst Johannes Pail II. bei seinem eltzten Weltjugendtag in Toronto 2002
Foto: Giancarlo Giuliani/ CPP

"Ich denke, die Jugendlichen stellen ein gewisses Barometer der Wünsche dar und dessen, wonach sich die Menschheit heute sehnt. Es wird viel über Befreiung gesprochen, über die Notwendigkeit der Befreiung, aber es scheint mir, dass die jungen Menschen ein Gewissen haben, das frei sein muss von verschiedenen ideologischen, doktrinären, politischen, materialistischen, hedonistischen, konsumistischen Konditionierungen. Sie sehen immer mehr eine transzendente, aber auch konkret erfahrbare, Antwort. Und diese Antwort steht im Evangelium."

Johannes Paul II. sagte diese Worte gegenüber einer Journalistin der argentinischen Zeitung "Il Clarin" bei der Rückkehr von seiner Reise nach Argentinien im Jahr 1987. Dort hatte der erste Weltjugendtag stattgefunden.

Die Geschichte der Weltjugendtage ist auch mit einem argentinischen Kardinal verbunden: dem Diener Gottes Edoardo Pironio. Er kam 1975 nach Rom, weil er von Papst Paul VI. zum Präfekt der Kongregation für die Ordensleute berufen worden war. Er nahm diese Ernennung mit Bangen an, was ihn dazu brachte, die nachkonziliare Erneuerung des Ordenslebens zu verfolgen. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn auch in jenen Jahren, in denen die Weltjugendtage begannen, zum Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Laien. 

Der Papst erzählte selbst - in einem Treffen mit den Jugendlichen im Jahr 1995 in der Audienzhalle Paolo VI - wie die Geschichte der Weltjugendtag begann: "1984 hatte ein anderer großer Freund, die Vereinten Nationen, ein Jahr der Jugend organisiert. Sie haben organisiert, haben angekündigt, wir haben es gemacht! Das war nicht das erste und letzte Mal! Es gab auch das Jahr des Lebens. Sie haben es angekündigt haben organisiert, haben versucht, etwas zu machen. Aber wir haben es gemacht. Endlich! Und am Schluss ist sogar eine Enzyklika herausgekommen, die mit den Worten Evangelium vitae beginnt! Ein polnische Lied sagt: man muss die Welt zu durchqueren... das war ein Traum. Wie sollte man in diese Welt kommen, wenn alles geschlossen ist, wenn es die Kommunisten gibt, wenn es den Eisernen Vorhang gibt und all diese Dinge. Aber der Herr hat uns, mit seiner Mutter, getragen: Komm hierher nach Rom! Und dann von Rom aus in die Welt, um die Welt zu durchqueren.

Diese Durchquerung der Welt hat in den Philippinen begonnen... nein, nicht in den Philippinen, von Mexiko aus... Mexiko, Guadalupe!

Und mit diesen Reisen, mit diesen Besuchen auf der ganzen Welt, habe ich verstanden: Wenn man ein sozusagen moderner Papst sein will, auf dem Laufenden... dann kann man nicht nicht reisen. Das bedeutet nicht so sehr herumgehen; die zeitgenössische Art des Gehens ist mit dem Flugzeug zu reisen, malheureusement! Leider, aber das ist so. Also hat man begonnen, zusammen mit den Jugendlichen zu gehen. Sie sind die großen Wanderer. Auch ich war ein Wanderer als ich jung war, jetzt weniger. Aber ich habe es nicht ganz aufgegeben, denn manchmal machen wir unter Führung meines Don Stanislao den ein oder anderen Spaziergang, einen Ausflug in die Berge, wie vor zwei Tagen; und dann schreibt die Presse darüber.

Zehn Jahre hatte der Papst bei einer heiligen Messen in der römischen Pfarrei San Gregorio in Barbarigo erklärt:

„Die Jugend ist sozusagen eine Explosion des Menschlichen, des menschlichen Potenzials. Man muss also wissen, wie man mit dieser Explosion, dieser mannigfaltigen Explosion - verschiedenen Aspekten: intellektuell, emotional, ideologisch, religiös, spirituell und natürlich körperlich - umgehen kann. Wie beherrschst man das? Wie kann man aus dieser Explosion eine Person oder vielmehr eine Persönlichkeit machen, im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Person im wahrsten menschlichen und christlichen Sinn? Das wünsche ich euch. Wir sind am Ende des Jahres 1985. Wir haben dieses Jahr mit dem Wort ´Die Jugendlichen und der Frieden gehen gemeinsam´ begonnen. Es war das Schlüsselwort der Botschaft für den 1. Januar. Dann kam der Brief zum Palmsonntag, der zusammengefasst sagt, dass die jungen Menschen und Christus zusammen gehen. Vor allem aber gehören Christus und die junge Menschen zusammen.

Man braucht also eine Methodologie, um jung zu sein und gemeinsam mit Christus zu gehen, wie man auch eine Methodologie braucht, um jung zu sein und mit dem Frieden zu gehen.

Alles beginnt mit seiner Erfahrung als junger Mann, wie er selbst etwas ironisch erzählte:

"Ich erinnere mich, als ich noch in Polen war traf ich mich oft mit den Jugendlichen, in Gruppen die ´Oasen´ genannt wurden, ´Oasen der Jugend, der Jugendlichen´. Und sie haben ungefähr das gesungen (Worte auf polnisch). Ihr versteht das alle, nicht? Seht her, wenn jemand gesagt hätte: Schau, da kommt der polnische Papst, um die Kurie und Rom zu ´polnisieren´, da seht ihr die Früchte!"

Die Betrachtungen zur Rolle der jungen Menschen in der Kirche ist sehr weit gefächert. Das versteht man in den Worten, die der Papst spricht, als er bei seinem Besuch 1995 mit den philippinischen Bischöfen zu Tisch ist und eine Betrachtung zur plantatio Ecclesiae anstellt

"1995 feiern die Philippinen 400 Jahre Evangelisierung und der Papst nutzt diese Gelegenheit, um zu erklären, dass die kirchliche Gemeinschaft nicht durch Raum und Zeit begrenzt ist. Und viel hängt von den Juendlichen ab: Gestern habe ich die Jugendlichen getroffen und ich konnte sehen, was die plantatio Ecclesiae in der ganzen Welt ist, die plantatio Ecclesiae in synchronischem Sinn: sie gehörten alle der gleichen Generation an, die Jugendlichen, alle Jugendlichen. Und die Jugendlichen, das asiatischeVolk, sind auf die Philippinen, nach Manila gekommen, um ihren Glauben zu feiern, ihre plantatio Ecclesiae. Sie sind eine ´gepflanzte´Kirche und sie ´pflanzen die Kirche´ in der gleichen Generation." 

Das könnte Sie auch interessieren:

;

;