Das war Bud Spencer: Katholik, Familienvater, Lebensschützer

Bud Spencer
Foto: Bud Spencer Official via YouTube(Screenshot)
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"Ich bin katholisch; ich habe verstanden, dass der Mensch ohne Gott nichts ist. Und auch, dass es kein menschliches Wesen gibt, das nicht irgendetwas erschafft. In meinem Alter blickt man mit Neugier auf den Tod. Was wird auf der anderen Seite sein? Niemand ist je zurückgekommen, um es uns zu erzählen."

Das sind einige der letzten Aussagen von Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer. Er starb 2016, im Alter von 86 Jahren. Ein Mann ohne Komplexe; fähig, seine Körpergröße und seinen Faustschlag mit dem Bild von Gutmütigkeit und Zärtlichkeit zu verbinden.

"Wenn der himmlische Vater mich rufen wird, dann will ich sehen, was passiert. Denn wenn nichts passiert, dann werde ich wütend. Du hast mich 86 Jahre lang jeden Morgen aufstehen lassen, um am Ende nirgendwo hinzugehen? Angesichts so vieler großer Dinge, die wir nicht verstehen, kann ich mich nur an ihm festklammern. Wenn er mich ruft, wird alles klar werden. Im Heute verstehen wir nichts."

Wütend oder nicht – der Schauspieler wir nicht mehr weiter darauf warten müssen, dass seine Zweifel geklärt werden, auch wenn für Tausende von Menschen die Nachricht von seinem Tod einen bitteren Beigeschmack hat. Sein Sohn Giuseppe überbrachte sie: "Papa ist sanft von uns gegangen. Er hat nicht gelitten, wir waren alle bei ihm und sein letztes Wort war 'Danke'."

Und er ging, wie er lebte. Im Beisein seiner Familie, begleitet von seiner Frau Maria Amato, mit der er 56 Jahre verheiratet war und seinen drei Kindern. Ein Mensch, der sich nicht scheute, das zu sagen, was er dachte und als Katholik hatte er klare Prioritäten und Überzeugungen: "Der Glaube ist ein Dogma für mich, ein absoluter Wert."

Aber zu den Zweifeln in dieser Welt gehörten nicht die Themen Abtreibung und Scheidung: "Als Katholik bin ich überzeugt, dass die Abtreibung und die Scheidung die Familie zerstört haben" erklärte er in einem Interview.

Seine politischen Ansichten waren ihm nicht nur klar, sondern er bekannte sie auch öffentlich. Er engagierte sich politisch in der Partei Forza Italia, für die er im Jahr 2005 als Kandidat bei den Regionalwahlen in Latium kandidierte, aber nicht gewählt wurde.

2013 unterstützte er seine Tochter Cristiana, die für die Partei Il Popolo della Libertà bei den römischen Kommunalwahlen kandidierte; auch sie ohne Erfolg.

Er erhielt nur wenige Preise und wurde selten ausgezeichnet; vielleicht, weil er – wie er selbst sagte – "weder schwul noch transsexuell sei und seit einem halben Jahrhundert mit der gleichen Frau verheiratet ist". Ohnehin war er kein Mensch, der Anerkennung suchte.

"Im Leben reicht für mich immer ein einziges Wort: Anstand. Du darfst dich nie für jemanden halten, der andere zugrunde richten kann. Du musst den Anstand haben, zu verstehen, dass du morgen früh zwei, drei Leute treffen kannst, die dir alles nehmen können, was du erreicht hast. Das passiert. So ist das Leben."

Zusammen mit Terence Hill brachte er die Kinokassen der halben Welt mit seiner besonderen Komik des Spaghetti-Westerns zum klingeln. Er verstand von Anfang an, wie die Kinoindustrie funktionierte und profitierte sehr davon – unter dem Namen seines Lieblingsschauspielers (Spencer Tracy) und seines Lieblingsbieres (Budweiser).

Über den Schauspieler hinaus

Bevor er jedoch zum Kino kam, feierte Spencer, der 1929 in Neapel geborene wurde, zahlreiche sportliche Erfolge als Schwimmer. Er nahm an den Olympischen Spielen in Helsinki 1952 teil und an jenen in Melbourne 1956; als Wasserballspieler gewann er bei den Mittelmeerspielen 1955 in Barcelona Gold für Italien und war sieben Mal italienischer Meister über 100 Meter Freistil.

Er hatte Jura studiert und sprach sechs Sprachen. Nachdem er die Kinoarbeit beendet hatte, begann er ein Leben, das von unterschiedlichen unternehmerischen Tätigkeiten gezeichnet war. Darunter die Gründung einer Fluglinie Mistral Air, die heute Teil der italienischen Post ist, und der Entwurf einer Jeans-Kollektion.

Eine frühere Fassung dieses Artikels, mit freundlicher Genehmging von "Actuall/ACI Prensa", erschien am 28.9.2016

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