Wie die Kirche an Glaubwürdigkeit gewinnt

Professor Yago de la Cierva
Foto: Voces Catolicas Chile

Obwohl sie von säkularen Politikern und Medien gelegentlich angegriffen wird: "Die Kirche hat heute mehr Prestige, als wir denken". Und wo es ihr an Glaubwürdigkeit fehlt, ist dies meist selbstverschuldet. Das ist die Überzeugung des ehemaligen Koordinators der Abteilung für internationale Kommunikation des Weltjugendtages von Madrid im Jahr 2011. 

Yago de la Cierva ist Professor an der IESE Business School in Spanien und an der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz in Rom. Er sprach bei seinem Besuch in Chile, zu dem er von der Organisation "Catholic Voices" eingeladen worden war, mit CNA.

Natürlich gebe es in den Medien teilweise "Interessen bestimmter Parteien oder jemanden, der die Kirche diskreditiert, weil man beispielsweise die christliche Haltung zum Lebensschutz, zu sozialer Inklusion oder zu den Rechten der Flüchtlinge nicht teilt", erläuterte er.

Trotzdem: "Die Kirche genießt soziales Ansehen, mehr Ansehen als wir denken", bekräftigte de la Cierva. Das könne man an so einfachen Dingen sehen, wie daran, dass "die Armen sich an die Ausgänge der Kirchen stellen, um Almosen zu erbetteln, und nicht zu den Banken gehen, wo ja das Geld liegt."

Auch "gehen viele zu einem Priester, nicht unbedingt weil sie fest an das Evangelium glauben, sondern weil sie wissen, dass der Priester sie anhören wird", kommentierte er.

Kirche als Vermittlerin und Erzieherin

Doch auch bei anderen, komplexeren Angelegenheiten: "Bei internationalen Konflikten wie in Venezuela, Kuba, Korea – wer kann vermitteln? Die katholische Kirche", so der Experte.

Professor de la Cierva hob die "fantastische Arbeit im Bereich sozialer Betreuung" hervor, die die Kirche im Orient leistet und betonte, dass sie die oft "einzige Institution ist, die in islamischen Ländern Mädchen unterrichtet". 

"Es sind katholische Ordensschwestern, die sie erziehen, obwohl es verboten ist, katholische Religion zu unterrichten und die Schwestern das Kreuz nicht offen tragen dürfen, sondern unter dem Habit verstecken müssen", sagte er. 

De la Cierva vertrat die Meinung, dass "die Kirche nur dann wirklich an Glaubwürdigkeit verliert, wenn sie selber fehlt, wie zum Beispiel im Umgang mit den Missbräuchen, in der Verwaltung der Finanzen und in der Führung von Personen, durch schlechte Behandlung, durch ein Leben, das weit weg ist von der Realität; das ist es, was an Glaubwürdigkeit verlieren lässt." 

Angesichts dessen versicherte er, dass "jede Wiederherstellung von Glaubwürdigkeit durch eine Wiederherstellung der wahren christlichen Identität geschieht".

Das bedeutet, "ein maßvolles, einfaches Leben zu führen, den anderen Zeit zu widmen, Rechenschaft abzulegen über das Geld, das man verwendet, den Opfern sofort zu helfen, unabhängig davon, ob unser Image darunter leidet, denn das Opfer ist wesentlich wichtiger als das Image."

"Wenn das geschieht, werden wir die einzige Glaubwürdigkeit wiedererlangen, die wir wirklich verloren haben, durch unsere eigene Schuld", endete de la Cierva.

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