Frieden bedarf der Ausdauer, sagt Papst Franziskus der Führung von Mosambik

Freundliche Begrüßung: Papst Franziskus und Präsident Filipe Nyusi am 5. September 2ß10 in Maputo
Foto: Vatican Media
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In seiner ersten Rede an seinem ersten Tag seiner Afrikareise hat Papst Franziskus die Verantwortlichen Mosambiks ermutigt, sich für den Frieden einzusetzen. 

Bevor er sich dem zentralen Thema des Friedens widmete, betonte der Papst: Er freue sich, wieder in Afrika zu sein, und in Mosambik, einem Land gesegnet mit "Naturschönheiten" und einem "großen kulturellen Reichtum".

Franziskus versicherte seine "Verbundenheit und Solidarität" den Opfern der Wirbelstürme Kenneth und Idai. 

"Leider werde ich nicht persönlich zu euch kommen können. Doch ihr sollt wissen, dass ich eure Not und euren Schmerz teile sowie den Einsatz der katholischen Gemeinschaft bei der Bewältigung einer so gravierenden Situation begleite. Inmitten der Katastrophe und der Trostlosigkeit bitte ich die göttliche Vorsehung, dass die zivilen Kräfte und sozialen Dienste es nicht an Sorge fehlen lassen werden, die Menschen in den Vordergrund zu stellen und den nötigen Wiederaufbau anzugehen."

Mit Blick auf den kürzlich errungenen Waffenstillstand und das Friedensabkommen der Regierung und der Oppositionsgruppe "Renamo" teilte der Papst seine Wertschätzung gegenüber allen zum Ausdruck, die sich für einen Frieden eingesetzt hätten.

"Der Mut zum Frieden! Das ist ein Mut hoher Qualität, nicht der der rohen Gewalt und der Nötigung, sondern jener, der sich in der unermüdlichen Suche des Gemeinwohls betätigt", so Franziskus.

Der Frieden habe die Entwicklung in Mosambik in verschiedenen Bereichen möglich gemacht, fuhr er fort. Vielversprechend seien die erreichten Fortschritte in der Bildung und im Gesundheitswesen.

"Ich ermutige Sie, die Arbeit zur Konsolidierung der Strukturen und Einrichtungen weiterzuführen, die notwendig sind, damit niemand sich im Stich gelassen fühlt, und das gilt besonders für die jungen Menschen, die einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen", so der Papst weiter.

Die Reichtümer der Nation müssten in den Dienst aller "und besonders der Ärmsten gestellt" werden, forderte der Papst.

"Sie haben eine historische Aufgabe zu erfüllen, die Mut erfordert: Lassen Sie in Ihrem Einsatz nicht nach, solange es Kinder und Jugendliche ohne Schulbildung, obdachloseFamilien, beschäftigungslose Arbeiter, Bauern ohne Land gibt ... Das sind die Grundlagen für einehoffnungsvolle Zukunft, eine Zukunft in Würde! Das sind die Waffen des Friedens!"

Abschliessend verknüpfte der Papst seine Worte mit dem Anliegen des Umweltschutzes und des Erhalts der Schöpfung.

"Der Friede lädt uns auch ein, für unser gemeinsames Haus zu sorgen. Unter diesem Gesichtspunkt ist Mosambik ein gesegnetes Land, und besonders Sie hier sind eingeladen, sich dieses Segens anzunehmen. Der Schutz der Erde ist zugleich Schutz des Lebens, der besondere Aufmerksamkeit verlangt, wenn man eine Neigung zum Rauben und Plündern feststellt, die getrieben ist von einer Raffgier, die weder der örtlichen Bevölkerung üblicherweise eigen ist, noch dem Allgemeinwohl Ihres Volkes dient. Eine Kultur des Friedens bringt eine produktive, nachhaltige und inklusive Entwicklung mit sich, durch die jeder Einwohner Mosambiks erfahren kann, dass dieses Land sein ist, und dank der er geschwisterliche und gleichberechtigte Beziehungen mit seinem Nachbarn und seiner ganzen Umgebung knüpfen kann."

In den 12 Diözesen der ehemaligen portugiesischen Kolonie Mosambik leben rund 8 Millionen Katholiken - sie stellen etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung. 

Das Land wurde im 16. Jahrhundert von portugiesischen Franziskanern missioniert.

Die Reise führt den Papst neben Mosambik nach Madagaskar und kurz nach Mauritius. Am 10. September wird Franziskus wieder in Rom erwartet.

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