"Gesunder Wechsel": Vatikan regelt Amtszeiten für katholische Verbände

Kardinal Kevin Farrell im Pressesaal des Vatikans am 30. März 2017.
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch

Neue Regeln für die Amtszeit in katholischen Verbänden und Vereinigungen: Der Vatikan hat am heutigen Freitag ein Dekret veröffentlicht, das die Dauer von Leitungsposten auf fünf Jahre festlegt. Auch einem "Schummeln" durch eine "neue Wahl" mit weiterer Amtszeit wird der Riegel vorgeschoben. 

In einer "erklärenden Note" teilte dazu das Dikasterium für Laien, Familie und das Leben mit, so soll "die Förderung einer breiteren Synodalität sowie das kostbare Gut der Gemeinschaft" sichergestellt werden. 

Wer an seinem Posten klebt, droht der "missionarischen Dynamik" zu schaden, stellt der Vatikan fest und betont: Die neuen Regeln ermutigen  "zu neuen und aktuellen Wegen des missionarischen Handelns".

Das neue Dekret begrenzt die Amtszeiten im zentralen Leitungsgremium auf maximal fünf Jahre, wobei eine Person nicht mehr als 10 Jahre hintereinander Ämter auf der internationalen Leitungsebene bekleiden kann. Eine Wiederwahl ist dann nach einer Vakanz von einer Amtszeit möglich.

Das Dekret besagt, dass Gründer nach dem Ermessen des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben von der Amtszeitbegrenzung ausgenommen werden können.

Die Normen, die vom Präfekten des Dikasteriums, Kardinal Kevin Farrell, unterzeichnet wurden, treten am 11. September in Kraft.

In einer Notiz zur Erläuterung des Dekrets bemerkt das Dikasterium, dass "das Fehlen von Amtszeitbegrenzungen bei denen, die zum Regieren berufen sind, häufig Formen der Aneignung des Charismas, der Personalisierung, der Zentralisierung und Ausdrücke der Selbstreferenzialität begünstigt, die leicht zu schweren Verletzungen der persönlichen Würde und Freiheit und sogar zu echten Missbräuchen führen können."

"Außerdem schafft eine schlechte Leitung unweigerlich Konflikte und Spannungen, die der Gemeinschaft schaden und die missionarische Dynamik schwächen."

Ein Führungswechsel in Leitungsgremien könne auch für Laienbewegungen von Vorteil sein, heißt es weiter. "Er bietet eine Gelegenheit für kreatives Wachstum und regt Investitionen in die Ausbildung an. Er belebt die Treue zum Charisma, haucht der Interpretation der Zeichen der Zeit neues Leben und neue Wirksamkeit ein und ermutigt zu neuen und aktualisierten Wegen des missionarischen Handelns."

Das Dikasterium sagte, dass es die Möglichkeit vorsehe, Gründer von der Begrenzung der Amtszeit zu befreien, in Anerkennung der Schlüsselrolle, die sie in vielen internationalen Vereinigungen spielen, und "um genügend Zeit zu gewähren, damit das von ihnen empfangene Charisma in der Kirche angemessen aufgenommen und von den Mitgliedern treu assimiliert werden kann."

"Papst Franziskus schlägt in Übereinstimmung mit seinen Vorgängern vor, die Anforderungen, die der Weg der kirchlichen Reife an die Vereinigungen der Gläubigen stellt, in einer Perspektive der missionarischen Umkehr zu verstehen", heißt es in der Erläuterung.

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