"Ja" zur "Ehe für Alle": Auch katholische Politiker und ZdK-Mitglieder stimmten dafür

Regenbogenflagge
Foto: Pixabay / gtjotflot
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Homosexuelle Paare sollen in Deutschland staatlich heiraten dürfen: Das hat der Bundestag mit großer Mehrheit entschieden. Die als "Ehe für Alle" propagierte Umdefinierung des Ehebegriffs wurde durch SPD, Grüne und Linkspartei auf die Tagesordnung gesetzt. Doch auch Mitglieder von CDU und CSU stimmten dafür.

Bei vier Enthaltungen kam es zu 393 Wahlstimmen für eine sogenannte "Ehe für Alle", und 226 dagegen.

Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" votierten 75 CDU-Abgeordnete für eine Abschaffung des bisherigen Ehebegriff - also fast jeder vierte.

Darunter waren auch Außenamtsstaatsministerin Maria Böhmer und Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Beide sind Mitglieder des "Zentralkomitees Deutscher Katholiken" (ZdK).

Wie die "FAZ" weiter berichtet, haben ebenso Bundesverteidigungsminsterin Ursula von der Leyen, CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn, Kanzleramtsminister Peter Altmaier, die Familienpolitikerin Nadine Schön und Heribert Hirte, der Vorsitzende des Stephanus-Kreises für eine Änderung des Ehebegriffs.

Befürwortende Stimmen der CSU

Auch in der bayerischen Schwesterpartei stimmten sieben Abgeordnete für eine Umdefinierung der Ehe. Nach Angaben des Deutschen Bundestags, so die "FAZ", waren dies Bernd Fabritius, Astrid Freudenstein, Hans Michelbach, Wolfgang Stefinger, Dagmar Wöhrl, Tobias Zech und Gudrun Zollner

CSU-Parteichef Horst Seehofer hatte sich dem Schachzug der Kanzlerin angeschlossen, persönlich gegen die Umdefinierung zu stimmen, den Abgeordneten aber freie Wahl zu lassen.

EKD begrüßt Änderung des Ehe-Begriffs

Während die katholischen Bischöfe in Deutschland - im Einklang mit kirchlicher Lehre, Tradition und Bibel - eine Änderung des Ehe-Begriffs ablehnten, befürworten führende Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die historische Politik-Entscheidung, meldet die Agentur "idea".

Dazu gehöre auch das oberste Gremium, der Rat der EKD, unter Leitung des Vorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Dieser Rat begrüßte bereits vor der Abstimmung eine Einführung der Ehe für Homosexuelle, so "idea". In einer Stellungnahme heiße es,  die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau werde dadurch "keineswegs geschmälert. Im Gegenteil – sie wird noch einmal unterstrichen."

Homosexuelle Paare können sich bislang in vier EKD-Gliedkirchen trauen lassen: Baden, Berlin-Brandenburg, Hessen-Nassau und im Rheinland.

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