Mexikanischer Kardinal wurde von Drogenhändlern festgehalten

Kardinal Francisco Robles Ortega, Erzbischof von Guadalajara (Mexiko)
Foto: Erzbistum Guadalajara

Kardinal Francisco Robles Ortega, Erzbischof von Guadalajara (Mexiko), hat erklärt, dass er letzte Woche bei einem Besuch im nördlichen Teil des Bundesstaates Jalisco von Drogenhändlern festgehalten wurde.

Dies berichtet unsere spanischsprachige Schwesteragentur ACI Prensa.

Laut Angaben der Wochenzeitung der Erzdiözese Guadalajara, ArquiMedios, hat der mexikanische Kardinal den Vorfall auf einer Pressekonferenz am Sonntag, dem 26. Juni, mitgeteilt.

Auf dieser Pressekonferenz beklagte der Kardinal das derzeit in Mexiko herrschende Klima der Gewalt, dem auch zwei Jesuitenpriester zum Opfer fielen, die in einer Kirche im Bundesstaat Chihuahua ermordet wurden.

Der Erzbischof erklärte, er sei "von zwei Wachposten festgenommen worden, die offensichtlich zum organisierten Verbrechen gehören. Und sie verlangen, dass einer sagt, woher er kommt, was er macht, was er vorhat."

"Ich meine, das ist das Normalste, das Natürlichste, aber warum?", fragte der Kardinal während der Pressekonferenz. "Das liegt am Verfall der Werte, des Respekts vor dem Leben, des Respekts vor Institutionen", weshalb es wichtig sei, in der aktuellen Situation eine eigenverantwortliche Haltung einzunehmen.

Der Kardinal betonte zudem: "Wir müssen uns alle darüber im Klaren sein, dass wir uns am Ende gegenseitig zerstören werden, wenn wir uns nicht vornehmen – jeder auf seinem Gebiet, in seinem Umfeld, in seinen Beziehungen – Erbauer des Friedens, der Verständigung und der Versöhnung zu sein."

Der Erzbischof von Guadalajara forderte die Behörden auf, ihre Arbeit zu tun und die Sicherheit aller Bürger zu gewährleisten. "Wir fordern nicht, dass sie jemanden mit Kugeln töten, wir fordern nur, dass sie das Gesetz anwenden", fügte er hinzu.

Kürzlich gab es zwei weitere Episoden der Gewalt: Bei einem Straßenkampf in El Salto starben 13 Menschen und Bischof Sigifredo Noriega Barceló von Zacatecas wurde von Mitgliedern der organisierten Kriminalität festgenommen.

Mexiko erlebt eine dramatische Eskalation der Gewalt. Zwischen 2018 und 2021 – also im letzten Jahr der Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto und in der gesamten Amtszeit des derzeitigen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador – wurden die höchsten Mordzahlen in der Geschichte des Landes verzeichnet.

Vom 1. Januar bis zum 26. Juni dieses Jahres wurden nach offiziellen Angaben in Mexiko bereits mehr als 12.847 Tötungsdelikte registriert.

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