Kardinal warnt davor, das Christentum mit europäischer Kultur gleichzusetzen

Eine "irreführende Identifizierung" des Christentums mit der europäischen Kultur kann die Verbreitung des Glaubens verhindern, so Kardinal Filoni

Japanischer Edelmann im Gespräch mit einem Jesuiten: Bild eines unbekannten japanischen Künstlers, um 1600
Foto: Wikimedia / Gemeinfrei
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"Zu den größten Hindernissen bei der Vebreitung des Glaubens in Japan scheint die falsche Identifizierung des Christentums mit der europäischen Kultur zu gehören": Das mahnte Kardinal Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker bei seinem Treffen mit den japanischen Bischöfen am 25. September.

Wie die Agentur "Fides" berichtet, erinnerte der Kardinalpräfekt auch an die geheimnisvolle Beziehung zwischen der Geschichte des katholischen Glaubens in Japan und dem Martyrium zu deren Beginn: Im 16. Jahrhundert, so der Kardinal, seien die ersten Missionare bei der Ankunft in Japan "auf einen für die Verkündigung des Evangeliums fruchtbaren Boden gestoßen. Trotz der Verfolgung durch Toyotomi Hideyoshi hatte die Zahl der Katholiken rasch zugenommen – auf bis zu 650.000".

Nach der Verfolgung habe die Erfahrung der so genannten "Untergrundkirche" – kokure Kirishitan –, die den Glauben über ein Jahrhundert ohne Priester und ohne Kontakte zur restlichen christlichen Welt bewahrte, ein "außerordentliches Zeugnis" davon abgelegt, wie es möglich ist, die Christusnachfolge auch unter schwierigen Umständen aufrecht zu erhalten, so der Kardinal: 

"Wie im Gebet Abrahams, der Gott bat, nicht an seinem Zelt vorbeizugehen, sondern dort innezuhalten, haben auch diese Christen der Untergrundkirche in Japan zu Gott gebetet, damit er das begonnene Werk nicht aufgibt". 

Nachdem er an die Hindernisse erinnert hatte, die durch eine irreführende Identifizierung des Christentums mit der europäischen Kultur entstehen können, bekräftigte der Präfekt von Propaganda Fide: "Vielleicht sollten wir uns die Kraft der ersten Evangelisierung vor Augenführen und sie curch das heutige Wissen bereichern".

In der Ära der Globalisierung, der schwindenden Grenzen und der Reisemöglichkeitenn sei es nicht denkbar, "die Präsenz nichtjapanischer Missionare" zu verhindern oder einzuschränken. Gleichsam, berichtet "Fides" weiter, müsse eine Evangelisierung durch das Mitwirken der japanischen Bischöfe, Priester, Ordensleute, Laien, Familien und Vereine stattfinden:"Missonare können ergänzen, aber nicht ersetzen". 

Mit dem Treffen mit den japanischen Bischöfen in Tokio endete auch der mehrtägige Besuch von Kardinal Filoni in Japan.

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