Katholischer Aktivist für Demokratie in Hongkong: "Sie wollen Religion ersetzen"

Jimmy Lai (Lai Chee-Ying) mit Martin Lee (rechts) bei den Menschenrechts-Märschen am 1. July 2013 in Hongkong.
Foto: VOA / Wikimeda (CC0)

Eine der führenden Stimmen für Demokratie in Hongkong, der katholische Unternehmer und Herausgeber Jimmy Lai, hat angekündigt, sich den Strafanzeigen durch die chinesische Staatsanwaltschaft wegen seines Aktivismus wehren zu wollen. 

Er wolle sich den Vorwürfen stellen, so der Unternehmer. Gleichzeitig warnt Lai, der seit Jahrzehnten eine Schlüsselrolle in der Demokratiebewegung Hongkons spielt, in einem neuen Interview, dass die Kommunistische Partei in China Religion durch ihre Staatsideologie ersetzen will. 

Rund 200 Polizeibeamte nahmen Jimmy Lai am 10. August 2020 zusammen mit mindenstens neun weiteren Personen fest. Alle stehen in Verbindung zur Zeitung "Apple Daily", die Lai 1995 gründete. 

Die Festnahmen sind Teil einer gezielten Reihe von Razzien und weiteren Maßnahmen gegen Demokratie-Aktivisten und Menschenrechtler in Hongkong.

Apple Daily hat sich im Laufe der Jahre als eine stark pro-demokratische Publikation profiliert, die die chinesische Regierung in Peking kritisch beobachtet.

Lai ist auf Kaution frei, sieht sich aber nach dem neuen Gesetz über die nationale Sicherheit Hongkongs, das am 1. Juli in Kraft trat, als es von der Kommunistischen Partei Chinas unter Umgehung des Hongkonger Parlaments auf dem Territorium verhängt wurde, einer Anklage ausgesetzt.

Trotz wachsender Kritik an seinem beharrlichen Schweigen zur Situation in Hongkong und ganz China hat Papst Franziskus sich bislang zur Verfolgung von Christen und dem Vorgehen gegen Katholiken auf dem Festland geäußert. Der Pontifex schweigt bislang auch zur Zwangsinternierung und Vorwürfen von Folter, Zwangsarbeit und Massen-Sterilisation von Uiguren, die Experten als "schleichenden Völkermord" bezeichnet haben.

Das komplette Interview, das Fran Maier vom Zentrum für Ethik und Public Policy der Universität von Notre Dame in englischer Sprache führte sehen Sie hier: 

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