Krankenhaus des Papstes bietet an, Charlie Gard aufzunehmen

Charlie Gard
Foto: Charlie Gards GoFundMe-Seite

Die Leiterin des Kinderkrankenhauses "Bambino Gesu" hat angeboten, Charlie Gard aufzunehmen.

Charlie ist ein 10 Monate altes Baby, dass an einer tödlichen Krankheit leidet und in den kommenden Tagen von seinen lebenserhaltenden Maschinen genommen werden soll – gegen den Willen seiner Eltern, aber mit Genehmigung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes. 

Krankenhaus-Vorsitzende Mariella Enoc tweetete, dass die Worte des Papstes zur Unterstützung von Charlie Gard "die Mission von Bambino Gesu gut zusammenfassen". Die Einrichtung wird auch "Krankenhaus des Papstes" genannt.

"Deshalb habe ich den Gesundheitsdirektor gebeten, mit dem Great Ormond Street Hospital in London, wo der Neugeborene derzeit leigt, ob die Umstände einen Wechsel in unser Krankenhaus erlauben".

"Wir drücken den Eltern unsere Nähe im Gebet aus und, falls sie es sich wünschen, können wir ihr Kind bei uns aufnehmen".

Charlie leidet am Mitochondrialen Depletionssyndrom. MDS schadet massiv dem Gehirn. Obwohl der kranke Junge noch etwas Hirnfunktion nachweist, bedarf er künstlicher Beatmung, hat Krampfanfälle, und bedarf auch sonst ständiger Zuwendung.

Gards Eltern gelang es, über eine Million US Dollar für eine Behandlung in den Vereinigten Staaten zu sammeln. 

Doch obwohl sie das Geld für die Behandlung haben, urteilten das Londoner Krankenhaus sowie britische Gerichte dagegen – mit der Begründung, eine weitere Behandlung würde Gard schaden. Darüberhinaus hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am vergangenen Donnerstag entschieden, dass das Krankenhaus, in dem der kranke Bub liegt, Charlie Gard nicht mehr künstlich am Leben erhalten muss. Eine Entscheidung, die der Europäische Menschenrechtsgerichthof nun bestätigt hat.

Als die Eltern jedoch darum baten, ihren Sohn daheim sterben zu lassen, wurde ihnen auch dieser Wunsch abgelehnt.

Gards lebenserhaltende Maßnahmen hätten am Freitag abgestellt werden sollen, doch die Gerichte erlaubten den Eltern noch ein wenig mehr Zeit mit ihrem Kind, bevor es stirbt.

Am 2. Juni teilte Vatikan-Sprecher Greg Burke mit, Papst Franziskus habe sein Gebet für das Kind erklärt und darum gebeten, dass die Wünsche der Eltern geachtet werden.

"Der Heilige Vater verfolgt mit Zuneigung und Gefühlen die Geschichte Charlie Gards und drückt seinen Eltern seine Nähe aus", teilte Burke in einer Stellungnahme mit.

"Er betet für sie, wünscht sich, dass ihr Anliegen, ihr Kind zu begleiten und es bis zum Ende zu pflegen respektiert werden wird".

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