Nach tödlicher Gewalt in Papua: Ökumenischer Aufruf von 147 christlichen Seelsorgern

Grabkreuz
Foto: Sarah Marchant / Shutterstock.

Es ist ein Appell zum Dialog und zur Versöhnung - mit dem Ziel der Überwindung des Konflikts in der indonesischen Region Papua: Insgesamt 147 katholische und protestantische Seelsorger haben einen "moralischen Aufruf an Gerechtigkeit und Wahrheit in der Erkenntnis, dass Gewalt nur neue Probleme mit sich bringt" unterzeichnet.

Das meldet die Agentur "Fides".

Der Appell bezieht sich auf wiederholte Episoden von Gewalt und den anhaltenden Menschenrechtsverletzungen durch die indonesischen Sicherheitskräfte in der östlichen Region Papua, einem Gebiet des Landes mit einer starken christlichen Präsenz, bei denen Zivilisten und Mitarbeiter der katholischen und protestantischen Kirche getötet und verletzt wurden. Der Appell umfasst eine lange Liste dieser Verstöße, die durch Dokumente und Zeugenaussagen gestützt wird. In ihrem Zehn-Punkte-Papoer appellieren die Geistlichen an die Behörden der Republik und die Sicherheitskräfte, aber auch an die Kommunalverwaltung und die verschiedenen an der Gewalt beteiligten Gruppen.

Der Text erinnert an die Todesfälle am 26. Oktober letzten Jahres, als Rufinus Tigau, ein katholischer Katechet aus dem Bezirk Intan Jaya, von den nationalen Sicherheitskräften ohne Grund getötet wurde.

Im November hatten sich führende Vertreter der katholischen Kirche, darunter Kardinal Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo, Präsident der Bischofskonferenz von Indonesien mit wichtigen indonesischen Sicherheitsbeamten getroffen und die Regierung aufgefordert die Spannungen durch Dialog abzubauen. Bei dieser Gelegenheit sprachen die Bischöfe das Problem der Gewalt an, das das Leben in Papua kennzeichnet, und stellten fest, dass das Vorgehen der Armee die Spannungen nur verschärft hatten, weshab sie die Regierung aufforderten, "die Gewalt in Papua sofort zu stoppen". Aber trotz der Bitte der Bischöfe haben die Morde, Gewalt und wahllosen Verhaftungen nicht aufgehört.

"Wir Hirten von ganz Papua sind uns einig in der Forderung nach einem Ansatz, der dem Dialog den Vorrang gibt: Ein Ansatz, der zu einer neuen und würdigen Politik werden muss, um ein Papua aufzubauen, das ein stabiler, fairer, friedlicher und fortschrittlicher Ort ist. Gleichzeitig verurteilen wir jegliche Gewalt in diesem Land", so die 147 Geistlichen, die auch die katholischen Bischofskonferenz von Indonesien und der Konferenz der protestantischen Bischöfe von Papua auffordern einen "vollständiger Dialog" zu fördern, denn nur so könne der lange Konflikt, der Papua erfasst, gelöst werden.
Der Dialog, so die Unterzeichner des Aufrufs, "soll nicht herausfinden, wer falsch und wer richtig handelt, sondern echte Wahrheiten finden, die alle Beteiligten zu Gerechtigkeit und Frieden führen".

Im Glauben und in der Hoffnung, fügen sie hinzu, "glauben wir fest daran, dass der Dialog nicht tötet, niemals schadet”. "Gerade wenn wir falsche Methoden wie Gewaltakte anwenden, die keine Menschlichkeit haben, werden wir körperliche und geistige Wunden hinterlassen. Was auch immer der Grund sein mag, jede Gewalt in Form von Mord und sowie die Vernachlässigung der von Gott geschaffenen Menschen ist falsch und eine enorm grausame Sünde."

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