Nordkoreas Kim Jong-un lädt Papst Franziskus ein (UPDATE)

Papst Franziskus und Kim Jong-un
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch // Wikimedia / Republic of Korea (Gov License Type1)
Facebook Twitter Google+ Pinterest Addthis

Auf Vorschlag des südkoreanischen Präsidenten lädt der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un Papst Franziskus zu einem Besuch ein.

Das berichtet die "Korea Times", eine englischsprachige Schwesterzeitung der großen südkoreanischen Tageszeitung "Hankook Ilbo".

In einem Briefing sagte ein Sprecher, dass die Einladung an den Papst übermittelt werde, wenn der südkoreanische Präsident Moon Jae-in - der selber katholisch ist - am 18. Oktober den Vatikan besucht, und dort auch Papst Franziskus trifft. 

Das Treffen des Ponitfex mit dem Präsidenten Südkoreas hat der Vatikan am heutigen 9. Oktober bestätigt.

Die "Korea Times" zitiert den Sprecher aus Seoul weiter: "Präsident Moon schlug vor, dass der Vorsitzende Kim den Papst trifft und wies darauf hin, dass er sehr am Frieden auf der koreanischen Halbinsel interessiert ist."

Kim Jon-un habe versprochen, "den Papst herzlich willkommen zu heißen, wenn er Pjöngjang besucht."

Es steht noch nicht fest, ob der Papst die Einladung von Kim annehmen wird. Der Papst, der Südkorea 2014 besuchte, betete vor dem Gipfel zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump am 12. Juni für den Frieden.

Hintergrund: Kirche in Korea

Während der Katholizismus in Südkorea seit Jahrzehnten wächst, und Ende 2017 rund sechs Millionen Gläubige (11 Prozent der Bevölkerung) zählte, um die sich 5.360 Priester in 1.734 Pfarreien kümmern, ist die Lage im Norden der Halbinsel eine andere.

Die kommunistische Diktatur Nordkoreas steht seit Jahren auf Platz 1 des Weltverfolgungsindex (WVI) des christlichen Hilfswerks "Open Doors". In der "Demokratischen Volksrepublik" leben etwa 300.000 Christen. Die Gesamtbevölkerung liegt bei 25,4 Millionen Menschen. 

Der totalitäre Polizeistaat überwacht die Christen des Landes auf Schritt und Tritt und zwingt sie, die Herrscherfamilie anzubeten, so Beobachter. Beten ist nur im Privatbereich möglich. Zwischen 50.000 und 75.000 Christen werden unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen in Straflagern festgehalten. 

Dennoch breitet sich auch dort Nordkoreanern zufolge das Christentum aus, wie CNA Deutsch berichtete.

Letzte Aktualisierung am 9. Oktober, 11:47 Uhr 

Das könnte Sie auch interessieren: