Organisatorin: Ein "echtes Wunder", dass Papst Franziskus in Erbil die Messe feiert

Vida Hanna, Direktorin für öffentliche und internationale Beziehungen an der Katholischen Universität in Erbil, die die Messe von Papst Franziskus am 7. März in Erbil koordiniert.
Foto: Alejandro Bermudez / CNA Deutsch

Als Vida Hanna von Erzbischof Bashar Warda von Erbil hörte, dass Papst Franziskus in den Irak kommt, dachte sie, dass das nur ein weiteres Gerücht sein wird.

Aufgewachsen in der chaldäisch-katholischen Gemeinde in Erbil, war Hanna (27) ein kleines Mädchen, als es Gerüchte gab, dass Papst Johannes Paul II. vorhabe, zum Jubiläumsjahr 2000 in den Irak zu kommen.

"Aber als ich die offizielle Ankündigung aus dem Vatikan sah, wusste ich: Diesmal stimmt es wirklich", sagte sie gegenüber der "Catholic News Agency" (CNA) aus ihrem Büro an der Katholischen Universität in Erbil.

Hanna, die ihren Abschluss in Kommunikation an der kalifornischen Universität UC San Diego gemacht hat, ist die Direktorin für öffentliche und internationale Beziehungen an der katholischen Universität (CUE), und Erzbischof Warda ernannte sie zur Koordinatorin der Messe, die Papst Franziskus am 7. März im Franso-Hariri-Stadion in Erbil feiern wird.

"COVID hat die Wirtschaft unserer Region praktisch verwüstet, so dass die Organisation einer Veranstaltung dieser Größenordnung, selbst für die lokalen kurdischen Autonomiebehörden, finanziell unmöglich war", sagte Hanna. Aber ihr zufolge sprangen die Knights of Columbus aus eigener Initiative ein, die weltweit aktive Organisation der Kolumbusritter. "Mit ihrer üblichen Großzügigkeit und Diskretion machten sie diesen Traum für die ganze Gemeinde möglich", fügte sie hinzu.

"Dieses Ereignis als historisch zu bezeichnen, ist fast eine Untertreibung für alle Minderheiten, besonders für die christlichen, nach Jahrhunderten von Massakern, Verfolgungen und Zwangsvertreibung."

Sobald die Gelder gesichert waren, half Hanna, Freiwillige zu finden. Es kamen weit mehr, als sie erwartet hatte. Aber verwundert ist sie nicht, denn "alle christlichen Kinder wissen, dass dies eine einmalige Gelegenheit ist."

Dann beauftragte sie die IT-Manager der katholischen Universität mit der Entwicklung einer Software, die einen hohen Standard der Identitätserkennung garantieren sollte.

"Das war ein ziemlicher Aufwand, denn wie Sie verstehen können, müssen die Sicherheitsstandards sehr hoch sein: Wir müssen Dokumente doppelt prüfen, Namensschreibweisen korrigieren, sicherstellen, dass sie mit Ausweisen übereinstimmen und so weiter", sagte sie gegenüber CNA.

Die Freiwilligen wurden an der katholischen Universität geschult, sammelten Informationen von Christen in einem 80-Kilometer-Radius um Erbil und stellten 30 Computer auf dem Campus auf.

"Die Anmeldung für die 10.000 zur Verfügung stehenden Plätze dauerte zwei Wochen, während gleichzeitig eine Gruppe von Freiwilligen mit kirchlichen und staatlichen Experten das Stadion auskundschaftete, Begrenzungen, Sicherheitsbereiche und Notfallpläne aufstellte", sagt Hanna.

Sie sagte CNA, dass, nachdem all diese Details erledigt waren, "die nächste Herausforderung der Transport war." "Bedenken Sie, dass noch nie zuvor in Erbil 10.000 Menschen gleichzeitig und geordnet an einen Ort transportiert wurden. Aber wir sind jetzt sehr zuversichtlich, dass alles an seinem Platz ist und gut funktionieren wird."

Hanna freut sich besonders, dass so viele junge Menschen an der Messe beteiligt sind. Neben den 250 jungen Freiwilligen sind weitere 100 Jugendliche im Chor, der die Messe begleiten wird.

"Alle jungen Christen vor Ort sind voller Ehrfurcht, dass dies für sie und ihre Generation geschieht ... und es ist so dringend nötig! Nur der Heilige Vater kann das Gefühl der Sicherheit bringen, den inneren Frieden, die Hoffnung auf eine Gesellschaft, die die religiöse Vielfalt akzeptiert", sagte sie.

Während der Messe werden lokale muslimische Autoritäten anwesend sein, und es wird einen reservierten Platz für andere Minderheiten wie die Jesiden geben. Die Feier wird Passagen in Aramäisch, Kurdisch, Arabisch, Englisch und Italienisch beinhalten. "Ich werde eine der Lesungen auf Aramäisch halten, der Sprache Jesu... deshalb bin ich ein bisschen nervös", scherzte Hanna.

"Aber das Wichtigste ist, dass die Messe nicht nur die Feier des Opfers Jesu sein wird, sondern auch eine starke Botschaft an unsere jungen Christen: Ihr könnt bleiben, ihr müsst nicht weggehen, ihr könnt hier eine Zukunft aufbauen, in dem Land, in dem wir Christen seit fast zwei Jahrtausenden sind."

Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur. 

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