Papst Franziskus an 13 neue Kardinäle: Habt Mitleid, so wie Gott mit Euch Mitleid hat

Papst Franziskus setzt Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot am 5. Oktober 2019 den Kardinalshut auf.
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Papst Franziskus hat am Samstag 13 neue Kardinäle kreiert und jeden von ihnen ermutigt, um die Gnade zu bitten, ein mitfühlendes Herz wie Christus zu haben.

"Die Bereitschaft eines Kardinals, das eigene Blut hinzugeben – darauf verweist die rote Farbe des Gewandes – ist dann gewiss, wenn sie in dem Bewusstsein, Mitleid empfangen zu haben, und in der Fähigkeit, Mitleid zu haben, begründet ist. Andernfalls kann man nicht aufrichtig sein. Viele unaufrichtige Verhaltensweisen von Kirchenleuten haben ihre Ursache im Mangel an diesem Gespür für das empfangene Mitleid und in der Gewohnheit wegzuschauen, in der Gewohnheit der Gleichgültigkeit.“

Die neuen Kardinäle kommen aus Afrika, Europa, Nord- und Mittelamerika und Asien. Gemeinsam mit Papst Franziskus besuchten sie nach dem Konsistorium Papst emeritus Benedikt XVI. im Kloster Mater Ecclesiae.

Benedikt habe die neuen Kardinäle "an den Wert der Treue zum Papst" erinnert, so der vatikanische Pressesprecher Matteo Bruni. Gemeinsam mit Papst Franziskus habe der Papst emeritus die Kardinäle gesegnet.

Das Konsistorium am 5. Oktober war das sechste des Pontifikats von Papst Franziskus. Unter Einbeziehung der 13 neuen Kardinäle beläuft sich die Zahl der stimmberechtigten Kardinäle auf 128 und die Zahl der Nichtwahlberechtigten auf 100.

Die Gesamtzahl der Kardinäle beläuft sich somit auf 228.

Papst Franziskus sagte, dass die unterschiedliche Herkunft der neuen Kardinäle "die missionarische Berufung der Kirche zum Ausdruck bringt, die weiterhin allen Menschen auf der Erde die barmherzige Liebe Gottes verkündet".

Der Pontifex setzte im Petersdom jedem Kardinal seine rote Kopfbedeckung auf. Jeder der neu erhobenen Kardinäle erhielt einen Ring und erhielt eine Titularkirche, die ihn mit der Diözese Rom verbindet.

Zu den Empfängern des roten Hutes gehörte der Jesuit Michael Czerny, den Papst Franziskus am Tag zuvor in der Basilika zum Bischöfe weihte. Kardinal Czerny ist Leiter der Abteilung für Migranten und Flüchtlinge des Dikasteriums zur Förderung der integralen menschlichen Entwicklung. Er wählte ein Brustkreuz aus Holz aus einem Boot, das von Migranten benutzt wurde, die das Mittelmeer überquerten.

Zwei der weiteren neuen Kardinäle arbeiten auch im Vatikan: Der spanische Erzbischof Miguel Ángel Ayuso Guixot, Präfekt des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, und der portugiesische Erzbischof José Tolentino Mendonca, Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche.

Papst Franziskus verwendete das Wort "Mitleid" 25 Mal in seiner Predigt für die neuen Kardinäle.

"Ist in uns das Bewusstsein für dieses Mitleid Gottes für uns lebendig? Hier geht es nicht um etwas Optionales und auch nicht, würde ich sagen, um einen 'evangelischen Rat'. Nein. Es handelt sich dabei um eine wesentliche Voraussetzung. Wenn ich nicht fühle, dass ich Gottes Mitleid empfangen habe, verstehe ich seine Liebe nicht. Das ist nicht etwas, das man erklären könnte. Entweder ich fühle es oder ich fühle es nicht. Und wenn ich es nicht fühle, wie kann ich es dann kommunizieren, bezeugen, weitergeben? Konkret: Habe ich Mitleid mit diesem Bruder, diesem Bischof, diesem Priester? ... Oder bin ich immer destruktiv mit meinem Urteilen oder meiner Gleichgültigkeit?"

Das Konsistorium war das sechste des Pontifikats von Papst Franziskus.

Aus Afrika erhob er Erzbischof Fridolin Ambongo Besungu aus Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo und Erzbischof Cristobal Lopez Romero aus Rabat in Marokko zum Kardinal.

Zehn der neuen Kardinäle sind unter 80 Jahre alt und damit stimmberechtigt in einem zukünftigen Konklave. Unter ihnen sind die Erzbischöfe Jean Claude Hollerich aus Luxemburg, Matteo Zuppi aus Bologna, Italien, Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo aus Jakarta in Indonesien, Juan de la Caridad Garcia Rodriguez aus Havanna, Kuba, und Bischof Alvaro Ramazzini aus Huehuetenango, Guatemala.

Papst Franziskus erhob auch drei Bischöfe über 80 Jahre und war daher nicht stimmberechtigt in einem Konklave, die sich aber, wie er sagte, "für ihren Dienst an der Kirche ausgezeichnet haben": Erzbischof Sigitas Tamkevicius, emeritierter Kaunas in Litauen, wurde unter dem Sowjetregime verhaftet und verfolgt; Erzbischof Michael Louis Fitzgerald, ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog; und Bischof Eugenio Dal Corso, emeritierter Benguela in Angola, wo er Missionar war.

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