Papst Franziskus erklärt den heiligen Irenäus zum "Kirchenlehrer der Einheit"

St. Irenäus von Lyon.
Foto: Wolfymoza via Wikimedia (CC BY-SA 4.0).

Papst Franziskus hat am Freitag den heiligen Irenäus von Lyon offiziell zum 37. Kirchenlehrer erklärt und ihm den Titel "Doctor Unitatis" ("Doktor der Einheit") verliehen.

"Möge die Lehre eines so großen Meisters den Weg aller Jünger des Herrn zur vollen Gemeinschaft immer mehr fördern", schrieb der Papst in einem am 21. Januar unterzeichneten Dekret.

Der Papst unterzeichnete das Dekret in der Gebetswoche für die Einheit der Christen, die vom 18. bis 25. Januar stattfindet.

"Der heilige Irenäus von Lyon, der aus dem Osten stammte, übte sein bischöfliches Amt im Westen aus: Er war eine geistliche und theologische Brücke zwischen den Christen des Ostens und des Westens", schrieb Papst Franziskus.

"Sein Name, Irenäus, drückt jenen Frieden aus, der vom Herrn kommt und der versöhnt und die Einheit wiederherstellt."

Der heilige Irenäus ist ein Bischof aus dem 2. Jahrhundert, der sowohl von Katholiken als auch von orthodoxen Christen verehrt wird und dafür bekannt ist, dass er die Irrlehren des Gnostizismus mit einer Verteidigung sowohl der Menschlichkeit als auch der Göttlichkeit Christi widerlegt hat.

Während einige der wichtigsten Schriften des Heiligen Irenäus erhalten sind, sind die Einzelheiten seines Lebens nicht genauer bekannt. Er wurde im Osten des Römischen Reiches geboren, wahrscheinlich in der Küstenstadt Smyrna in der heutigen Türkei, um das Jahr 140 nach Christus.

Als junger Mann hörte er die Predigten des frühchristlichen Bischofs Polykarp, der vom Apostel Johannes persönlich unterrichtet worden war. Irenäus wurde Priester und diente der Kirche in der Region Gallien, im heutigen Frankreich, während einer schwierigen Zeit Ende der 170er Jahre.

Während dieser Zeit staatlicher Verfolgung und lehrmäßiger Kontroversen wurde Irenäus nach Rom geschickt, um Papst Eleutherius einen Brief über die als Montanismus bekannte häretische Bewegung zu übermitteln.

Nach seiner Rückkehr nach Lyon wurde Irenäus nach dem Martyrium seines Vorgängers, des heiligen Pothinus, der zweite Bischof der Stadt.

Im Laufe seiner Arbeit als Priester und Verkünder stieß der zweite Bischof von Lyon auf häretische Lehren und Bewegungen, die behaupteten, die materielle Welt sei böse und nicht Teil des ursprünglichen Plans Gottes.

Irenäus erkannte diese Bewegung in all ihren Formen als einen direkten Angriff auf den katholischen Glauben. Er widerlegte die gnostischen Irrtümer in seinem umfangreichen Buch "Gegen die Häresien", das wegen seines historischen Wertes und seiner theologischen Einsichten bis heute studiert wird.

Ein kürzeres Werk, der "Beweis der apostolischen Predigt", enthält Irenäus' Darstellung des Evangeliums mit dem Schwerpunkt auf der Erfüllung alttestamentlicher Prophezeiungen durch Jesus Christus. Mehrere seiner anderen Werke sind heute verloren, obwohl eine Sammlung von Fragmenten daraus zusammengestellt und übersetzt wurde.

Irenäus starb um 202 in Lyon, als Kaiser Septimus Severus das Martyrium der Christen anordnete.

Die US-Bischöfe stimmten 2019 auf Antrag von Kardinal Philippe Barbarin, dem damaligen Erzbischof von Lyon, für die Ernennung des Heiligen Irenäus zum Kirchenlehrer und schickten ihre Zustimmung an den Vatikan zur Prüfung durch den Papst.

Benedikt XVI. ernannte 2012 die Heiligen Johannes von Avila und Hildegard von Bingen zu Kirchenlehrern.

Siebzehn der 36 von der katholischen Kirche zu Kirchenlehrern erklärten Persönlichkeiten lebten vor dem Großen Schisma von 1054 und werden auch von orthodoxen Christen verehrt.

Der heilige Irenäus dürfte der erste Märtyrer sein, der zum Kirchenlehrer ernannt wird.

Sein Eintrag auf der Website der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse besagt: "Er starb im Jahr 202, aber sein Martyrium ist nicht sicher. Im 4. Jahrhundert erklärten der heilige Hieronymus und zwei Jahrhunderte später Gregor von Tours, dass Irenäus 'sein Leben im Märtyrertod beendete', was während einer blutigen Verfolgung geschehen sein muss, höchstwahrscheinlich der von Septimius Severus, die zwischen den Jahren 202-203 stattfand."

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.