Papst Franziskus fordert Häftlinge auf, einander zu dienen

Papst Franziskus küsst einem Häftling die Füße am 18. April 2019
Foto: Vatican Media
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Papst Franziskus beging die Fußwaschung am heutigen Gründonnerstag in einem Gefängnis in den Vororten Roms und forderte die Häftlinge auf, darüber nachzudenken, wie sie einander mit dienenden Herzen helfen können.

"Es ist wahr, dass es im Leben Probleme gibt: Wir streiten uns untereinander", sagte der Papst am 18. April, "aber das muss eine Sache sein, die vorübergeht, eine vorübergehende Sache, denn in unseren Herzen muss immer diese Liebe sein, dem Anderen zu dienen, im Dienste des Anderen zu stehen."

"Das ist die Herrschaft Jesu und die Herrschaft des Evangeliums", sagte er, "die Herrschaft des Dienens."

In Erinnerung an den Moment, als sich die Apostel Jesu untereinander darüber stritten, wer der Wichtigste war, sagte Papst Franziskus: "Jesus nahm ein Kind und sagte: "Das Kind. Wenn euer Herz nicht das Herz eines Kindes ist, werdet ihr nicht meine Jünger sein. Das Herz eines Kindes - einfach, bescheiden, aber ein Diener."

Papst Franziskus beging die Fußwaschung im Männergefängnis von Velletri, das etwa eine Stunde südlich des Vatikans am Rande Roms liegt.

Dies war das fünfte Mal in seinem Pontifikat, dass Papst Franziskus die Gründonnerstagsmesse in einem Gefängnis feierte. Die erste war 2013, kurz nachdem er Papst geworden war, als er die Jugendhaftanstalt Casal del Marmo besuchte.

Anschließend fanden am Gründonnerstag Feiern im historischen Gefängnis Regina Coeli, einem Zentrum für Asylbewerber, dem Rebibbia-Gefängnis und dem Paliano-Gefängnis statt.

Im Jahr 2014 hielt der Papst die Messe im Don Gnocchi Zentrum für Behinderte.

Nach seiner kurzen Predigt wusch Franziskus die Füße von 12 Gefangenen: einem Marokkaner, einem Mann von der Elfenbeinküste, einem Brasilianer und neun Italienern. Nachdem er den Männern die Füße gewaschen hatte, küsste er ihnen diese.

In seiner Predigt erklärte der Papst, dass Jesu Geste, die Füße seiner Jünger zu waschen, die eines Dieners sei, denn damals waren die Straßen nicht gepflastert, und die Füße der Menschen würden mit Staub bedeckt sein.

Deshalb, wenn sie ein Haus betraten, um zu besuchen oder ein Essen zu teilen, würde ein Diener die Füße des Gastes waschen, sagte er. "Und Jesus macht diese Geste: Er wäscht ihre Füße. Er macht die Geste des Dieners: Er, der alle Macht hatte, Er, der der Herr war."

Franziskus betonte, was als nächstes im Evangelium geschieht: dass Jesus sich an seine Jünger wendet und ihnen rät, dasselbe miteinander zu tun.

"Mit anderen Worten, einander dienen, Brüder im Dienst sein, nicht im Ehrgeiz, als jemand, der den anderen dominiert oder auf dem anderen herumtrampelt, nein, Brüder im Dienst sein", forderte er. "Brauchst du etwas, einen Dienst? Ich werde es für dich tun."

So sieht eine echte Bruderschaft aus, sagte der Papst, und erklärte, dass die Kirche den Bischof bittet, jedes Jahr am Gründonnerstag in der Fußwaschung Jesus nachzuahmen.

Denn, sagte er, "der Bischof ist nicht der wichtigste, sondern muss der beste Diener sein."

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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