Papst Franziskus hält "streng privates Treffen" mit italienischen Bischöfen ab

Papst Franziskus spricht auf der italienischen Bischofskonferenz in Rom.
Foto: Vatican Media

Papst Franziskus hat sich nach Angaben des Vatikans am Montagnachmittag mit der italienischen Bischofskonferenz zu einem "streng privaten" Gespräch getroffen.

Die zweistündige Begegnung fand im "Ergife Palace Hotel and Conference Center" statt, rund fünf Kilometer vom Vatikan entfernt, zur Eröffnungssitzung der 75. außerordentlichen Generalversammlung der Bischöfe.

Laut einer kurzen Erklärung des Vatikans überreichte Papst Franziskus den 210 Bischöfen zu Beginn des Treffens eine Karte mit einem Bild des Guten Hirten und einer Meditation mit dem Titel "Die Seligpreisungen des Bischofs".

Die acht "Seligpreisungen", die lose mit den acht Seligpreisungen Jesu aus der Bergpredigt übereinstimmen, sollen auf Erzbischof Domenico Battaglia von Neapel zurückgehen.

Der 58-jährige Battaglia wurde im Dezember 2020 zum Erzbischof von Neapel ernannt. Vor seiner Ernennung war er Pfarrer in einer anderen süditalienischen Erzdiözese, Catanzaro-Squillace, wo er "Don Mimmo" genannt wurde und als "Straßenpriester" bekannt war, der sich um die Randgruppen kümmerte.

In einer Predigt anlässlich der Weihe von drei Weihbischöfen für die Erzdiözese Neapel am 31. Oktober skizzierte Battaglia die acht Eigenschaften eines Bischofs (siehe unten).

Das Treffen hinter verschlossenen Türen fand sechs Monate nach der Rede von Papst Franziskus vor der Frühjahrsversammlung der italienischen Bischöfe am 24. Mai statt.

Das Treffen im Mai wurde live gestreamt, bis die Videoübertragung nach etwa fünf Minuten abrupt von Vatican Media unterbrochen wurde.

Bevor Papst Franziskus ohne Skript über den synodalen Prozess in Italien sprach, konnte man über das Mikrofon hören, wie er die Anwesenden auf der Bühne fragte, ob Journalisten im Raum anwesend seien. Nachdem ihm versichert wurde, dass die Medien nicht anwesend waren, antwortete der Papst: "Gut, dann können wir frei sprechen."

Zuvor hatte er die Räumlichkeiten des vatikanischen Dikasteriums für Kommunikation besucht und live in Radio Vatikan über die Bedeutung der vatikanischen Medien für die Menschen gesprochen.

Während der Sendung stellte er die Frage, wie viele Hörer der Sender — der auch einen Dienst in deutscher Sprache unterhält — hat. Franziskus fragte auch, wie viele Leser heute die 1861 gegründete vatikanische Zeitung L'Osservatore Romano hat.

Die Herbstversammlung der italienischen Bischofkonferenz findet vom 22. bis 25. November zum Thema "Synodaler Weg der Kirchen in Italien" statt.

Dass der Synodale Prozess in Italien wenig mit der von Anfang an in scharfe Kritik geratenen deutschen Veranstaltung zu tun hat, die zwar als "Synodaler Weg" angetreten ist, aber weder das gleiche Format noch die gleichen Inhalte hat: Das hat der Bischofskonferenzvorsitzende,  Kardinal Gualtiero Bassetti, bereits klargestellt.

Zu Beginn des zweiten Tages wandte sich der Präsident der Konferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, an die anderen Bischöfe und sagte, dass sie in Papst Franziskus "den Bischof von Rom und den Nachfolger Petri erkennen, der von Christus den Auftrag erhalten hat, 'seine Brüder zu bestätigen'."

"Unsere Liebe und unser Dank gelten ihm", so der Erzbischof von Perugia-Città della Pieve. "Wie immer hat Papst Franziskus wichtige Worte an uns gerichtet, die uns anspornen, die Chancen der Gnade zu ergreifen, die uns diese Zeit bietet."

Vatican Media

Die Seligpreisungen des Bischofs

Selig ist der Bischof, der an der Armut und dem Teilen seines Lebensstils teilhat, denn durch sein Zeugnis baut er das Himmelreich auf.

Selig ist der Bischof, der sich nicht scheut, sein Gesicht mit Tränen zu bedecken, bis sie die Sorgen seines Volkes und die Schwierigkeiten seiner Priester widerspiegeln, und der in der Umarmung mit den Leidenden den Trost Gottes findet.

Selig ist der Bischof, der sein Amt als Dienst und nicht als Macht betrachtet, der die Sanftmut zu seiner Stärke macht und der jedem in seinem Herzen das Bürgerrecht gibt, das den Sanftmütigen verheißene Land zu bewohnen.

Selig der Bischof, der sich nicht in Regierungsgebäuden verschließt, der nicht zu einem Bürokraten wird, der mehr auf Statistiken als auf Gesichter, auf Verfahren als auf Geschichten achtet, der versucht, an der Seite der Menschen für den Traum von der Gerechtigkeit Gottes zu kämpfen, damit der Herr, dem er in der Stille des täglichen Gebets begegnet, seine Nahrung ist.

Selig der Bischof, der ein Herz für das Elend der Welt hat, der sich nicht scheut, sich die Hände im Schlamm der menschlichen Seele schmutzig zu machen, um das Gold Gottes zu finden, der sich nicht über die Sünde und die Zerbrechlichkeit der anderen empört, weil er sich seines eigenen Elends bewusst ist, so dass der Blick des auferstandenen Herrn für ihn das Siegel der unendlichen Vergebung sein wird.

Selig der Bischof, der die Doppelzüngigkeit des Herzens vertreibt, der jede zweideutige Dynamik vermeidet, der auch inmitten des Bösen vom Guten träumt, damit er sich am Antlitz Gottes erfreuen kann, das sich in jeder Pfütze der Stadt der Menschen betrachtet.

Selig ist der Bischof, der sich für den Frieden einsetzt, der die Wege der Versöhnung begleitet, der den Samen der Gemeinschaft in das Herz des Presbyteriums sät, der eine gespaltene Gesellschaft auf dem Weg der Versöhnung begleitet, der jeden Mann und jede Frau guten Willens an die Hand nimmt, um Brüderlichkeit aufzubauen: Gott wird ihn als seinen Sohn anerkennen.

Selig der Bischof, der sich nicht scheut, für das Evangelium gegen den Strom zu schwimmen, der sein Gesicht "entschlossen" macht wie das von Christus auf dem Weg nach Jerusalem, ohne sich von Missverständnissen und Hindernissen aufhalten zu lassen, weil er weiß, dass das Reich Gottes im Widerspruch der Welt voranschreitet.

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Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.