Papst Franziskus am Dreikönigstag: "Wer nicht Gott anbetet, betet Satan und Götzen an"

Dreikönigstag im Petersdom: Papst Franziskus feiert die heilige Messe am Hochfest Epiphanie, 6. Januar 2021.
Foto: Vatican Media

Mit knapp 100 weiteren Personen – darunter etwa 20 Kardinälen – im Petersdom hat zum Dreikönigstag am heutigen Mittwoch Papst Franziskus die heilige Messe gefeiert.

Aufgrund der Coronavirus-Beschränkungen nahmen auch keine Sternsinger aus deutschsprachigen Landen an der Eucharistiefeier zum Hochfest Epiphanie teil.

Der 84-jährige Papst, der wegen eines Ischias-Leidens einige Tage lang nicht öffentlich aufgetreten war, warnte seine Zuhörer: "Wer nicht Gott anbetet, betet Satan und Götzen an. Entweder oder."

Deshalb rief der Pontifex in seiner Predigt bei der Feier des heiligen Messopfers auch erneut die Katholiken auf, Gott in der Kontemplation zu betrachten und begegnen: In der Päpstlichen Basilika im Vatikan beschrieb Franziskus am 6. Januar das Leben als "eine Reise zu dem, der uns liebt" statt einer "Talentshow" für Exhibitionisten und Selbstdarsteller. Wie? Durch drei Begriffe, erklärte Franziskus: "Die Augen erheben", "aufbrechen" und "sehen".

"Wenn wir unsere Augen zu Gott erheben, verschwinden die Probleme des Lebens nicht, aber wir spüren, dass der Herr uns die nötige Kraft gibt, ihnen zu begegnen".

So entstehe die "kindliche Dankbarkeit" des Christen. Um dann aufzubrechen, so wie die Sterndeuter, bedürfe es der Bereitschaft, innerlich zu wachsen. Denn Anbetung und Kontemplation müssen Katholiken lernen, betonte der Papst: "Erst wenn wir einen inneren Reifungsprozess durchlaufen haben, der uns aufbrechen lässt, werden wir schließlich dahin kommen, den Herrn anzubeten".

Gott prüfe die Menschen auch und gerade in Krisen. Der Christ wachse aber durch den Umgang mit schmerzhaften Erfahrungen, und lerne so "das Herz zu reinigen, demütiger und damit aufnahmebereiter und offener für Gott machen", so der Pontifex.

"Wie die Sterndeuter müssen auch wir dazu bereit sein, aus unserem Lebensweg, der von den unausweichlichen Schwierigkeiten einer Reise geprägt ist, Lehren zu ziehen. Lassen wir nicht zu, dass Müdigkeit, Niederlagen und Misserfolge uns in Entmutigung stürzen. Indem wir sie demütig anerkennen, müssen wir sie in Gelegenheiten verwandeln, um auf unserem Weg zum Herrn voranzukommen".

Wer das richtig "sehen" kann, der sieht kontemplativ, fuhr Franziskus fort.

"Diese Art des 'Sehens', die über das Sichtbare übersteigt, lässt uns den Herrn anbeten", so der Papst. "Es geht also um einen Blick, der sich nicht vom Feuerwerk des Exhibitionismus blenden lässt, sondern bei jeder Gelegenheit nach dem sucht, was unvergänglich ist."

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