Papst Franziskus: Stellen wir das neue Jahr unter Mariens Schutz

Heilige Messe am Hochfest der Gottesmutter, 1. Januar 2022, im Petersdom
Foto: Daniel Ibáñez / EWTN / Vatican Pool
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Am Neujahrstag hat Papst Franziskus die Gläubigen ermutigt, ihr Leben unter den Schutz der Gottesmutter Maria zu stellen.

"Das neue Jahr beginnt im Zeichen der heiligen Mutter Gottes, unter dem Zeichen der Mutter. Der Blick der Mutter ist der Weg zu Negeburt und zum Wachstum. Wir brauchen Mütter, Frauen, die auf die Welt schauen, nicht um sie auszubeuten, sondern damit sie Leben haben kann", sagte Papst Franziskus am 1. Januar im Petersdom.

"Stellen wir uns also zu Beginn des neuen Jahres unter den Schutz dieser Frau, der Mutter Gottes, die auch unsere Mutter ist. Sie möge uns helfen, alles zu bewahren und zu bedenken, ohne Angst vor Prüfungen und mit der freudigen Gewissheit, dass der Herr treu ist und jedes Kreuz in eine Auferstehung verwandeln kann", so der Papst.

Die erste öffentliche Handlung von Papst Franziskus im Jahr 2022 war die Feier des Hochfestes Maria, der Heiligen Mutter Gottes.

In seiner Predigt sagte der Papst, dass die Jungfrau Maria uns lehrt, "zu bewahren und nachzudenken", das Leben so zu betrachten und anzunehmen, wie es kommt, sowohl in Zeiten der Freude als auch des Leids.

"Marias Nachdenklichkeit ist der Ausdruck eines reifen, erwachsenen Glaubens, nicht eines Glaubens von Anfängern. Es ist kein neugeborener Glaube, sondern ein Glaube, der jetzt gebiert", sagte er.

"Denn geistliche Fruchtbarkeit wird durch Prüfungen und Erprobungen geboren. Aus der Stille von Nazareth und den triumphalen Verheißungen des Engels - den Anfängen - findet sich Maria nun in dem dunklen Stall von Bethlehem wieder. Doch genau dort schenkt sie der Welt Gott".

Der Papst forderte die Menschen auf, darüber nachzudenken, wie Maria "den Skandal der Krippe" ertragen musste.

"Wie kann sie den Königsthron und die bescheidene Krippe zusammenhalten? Wie kann sie die Herrlichkeit des Allerhöchsten und die bittere Armut eines Stalls unter einen Hut bringen? Denken wir an das Elend der Mutter Gottes. Was kann für eine Mutter schmerzlicher sein, als ihr Kind in Armut zu sehen? Das ist in der Tat beunruhigend", sagte er.

"Wir würden es Maria nicht verübeln, wenn sie über diese unerwarteten Schwierigkeiten klagen würde. Doch sie verliert nicht den Mut. Sie klagt nicht, sondern schweigt. Anstatt zu klagen, wählt sie eine andere Rolle: Das Evangelium sagt uns, dass Maria "all dies in ihrem Herzen bewahrte und darüber nachdachte".

Papst Franziskus ermutigte die Menschen, die gleiche Haltung wie Maria einzunehmen, wenn sie mit unerwarteten Problemen oder beunruhigenden Situationen konfrontiert werden.

"Sie zeigt uns, dass dies notwendig ist: Es ist der schmale Weg, um das Ziel, das Kreuz, zu erreichen, ohne das es keine Auferstehung geben kann. Wie die Geburtswehen bringt es einen reiferen Glauben hervor", sagte er.

Nach der Messe betete Papst Franziskus den Angelus am Mittag vom Fenster des Apostolischen Palastes aus mit der auf dem Petersplatz versammelten Menge.

"Frohes neues Jahr! Lasst uns das neue Jahr beginnen, indem wir es Maria, der Mutter Gottes, anvertrauen", sagte er.

"Das neue Jahr beginnt mit Gott, der in den Armen seiner Mutter in einer Krippe liegt und uns mit Zärtlichkeit Mut macht. Wir brauchen diese Ermutigung. Wir leben immer noch in unsicheren und schwierigen Zeiten aufgrund der Pandemie", so der Papst.

"Viele haben Angst vor der Zukunft und sind belastet durch soziale Probleme, persönliche Probleme, Gefahren durch die ökologische Krise, Ungerechtigkeiten und durch globale wirtschaftliche Ungleichgewichte. Wenn ich Maria mit ihrem Sohn im Arm betrachte, denke ich an junge Mütter und ihre Kinder, die vor Kriegen und Hungersnöten fliehen oder in Flüchtlingslagern warten. Es gibt so viele von ihnen."

Papst Franziskus sagte, dass der Gedanke an Maria, die Jesus im Stall hält, eine Erinnerung daran ist, dass "die Welt sich nur dann verändern und das Leben aller verbessern kann, wenn wir uns für andere zur Verfügung stellen."

Er erinnerte daran, dass der 1. Januar der Weltfriedenstag ist, der 1968 von Papst Paul VI. eingeführt wurde.

"Wir können nur dann wirklich Frieden schaffen, wenn wir den Frieden in unserem Herzen haben, wenn wir ihn vom Fürsten des Friedens empfangen. Aber der Friede ist auch unsere Verpflichtung: Er verlangt von uns, den ersten Schritt zu tun, er verlangt konkrete Taten. Er entsteht durch die Aufmerksamkeit für die Geringsten, durch die Förderung der Gerechtigkeit und durch den Mut zur Vergebung, um das Feuer des Hasses zu löschen", sagte er.

"Zu Beginn dieses Jahres möge die Mutter Gottes, die Königin des Friedens, Harmonie in unseren Herzen und in der ganzen Welt erlangen", so Papst Franziskus.

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.