Was es bedeutet, ein Mensch zu sein – laut Papst Franziskus und Jane Goodall

Papst Franziskus küsst ein Kind bei der Generalaudienz am 10. Oktober 2018
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch

Papst Franziskus und Jane Goodall haben zum Abschluss einer Online-Gesundheitskonferenz im Vatikan am Samstag darüber gesprochen, "was es bedeutet, ein Mensch zu sein".

In einer Videobotschaft an die digitale Konferenz am 8. Mai sagte der Papst, dass der Begriff der "Seele" dazuz verwendet werde, "die Einzigartigkeit des menschlichen Wesens und die Besonderheit der Person zu definieren, die nicht auf jedes andere Lebewesen reduzierbar ist und unsere Offenheit für eine übernatürliche Dimension und damit für Gott einschließt".

Papst Franziskus sagte auch, dass "diese Offenheit für das Transzendente" grundlegend sei und "den unendlichen Wert jeder menschlichen Person bezeugt."

Die Anthropologin Jane Goodall, berühmt für ihre Arbeit mit Schimpansen, sprach ebenfalls auf der Vatikankonferenz über "Geist, Körper und Seele", berichtete die "Catholic News Agency", die englischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch.  

"Ich denke, in das Bild der Primaten passen wir als fünfter Menschenaffe und als unser nächster Verwandter unter den anderen Menschenaffen... Nun, eigentlich gibt es zwei davon, den Schimpansen und den Bonobo. Wir unterscheiden uns genetisch nur um etwas mehr als 1 % voneinander", erklärte Goodall.

Sie führte Beispiele an, wie Schimpansen die Zeichensprache erlernen, den Computer benutzen und Zeichnungen anfertigen können. Im Laufe der Evolution, sagte sie, lernten die Menschen, mit Worten, Sprache und Schrift zu kommunizieren. Dies ermögliche es den Menschen, Pläne für die Zukunft zu machen und Raketen zu erfinden.

"Aber wenn man sich vor Augen führt, wie ähnlich wir Schimpansen sind und wie wir uns doch mit dieser explosiven Entwicklung des Intellekts unterscheiden, dann ist diese Entwicklung des Intellekts kein Grund, uns als Homo sapiens, den weisen Affen, zu bezeichnen. Wir sind nicht weise. Wir haben gesehen, wie der Mars aussieht. Wir wollen dort nicht leben. Wir haben nur diesen einen Planeten, zumindest zu unseren Lebzeiten, und wir zerstören ihn", sagte Goodall.

"Alle großen Religionen haben die goldene Regel: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Wenn wir das auf Tiere anwenden können, wie auch auf uns selbst, dann denke ich, dass wir uns der Definition des Homo sapiens näher kommen", fügte sie hinzu.

Die Gesundheitskonferenz im Vatikan, die vom 6. bis 8. Mai zum Thema "Exploring the Mind, Body & Soul: How Innovation and Novel Delivery Systems Improve Human Health" (Erforschung von Geist, Körper und Seele: Wie Innovation und neuartige Versorgungssysteme die menschliche Gesundheit verbessern) stattfindet, hat mehr als 100 Redner zu bieten, darunter Dr. Anthony Fauci, medizinischer Chefberater von US-Präsident Joe Biden, sowie die stellvertretende Vorsitzende der Clinton Foundation, Chelsea Clinton, und New-Age-Guru Deepak Chopra.

Es ist die fünfte Konferenz dieser Art, die vom Päpstlichen Rat für Kultur und der Cura-Stiftung organisiert wird, die sich selbst als "überkonfessionelle, überparteiliche" Gruppe "mit der Mission, die menschliche Gesundheit weltweit zu verbessern" beschreibt. Dieses Jahr ist das erste Mal, dass die Konferenz virtuell stattfindet.

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