Papst: "Ich werde kein einziges Wort zu Viganos Vorwürfen der Vertuschung sagen"

Papst Franziskus im Gespräch mit Journalisten auf dem Rückflug aus Irland
Foto: Hannah Brockhaus / CNA Deutsch
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Papst Franziskus hat auf dem Rückflug aus Irland gesagt, er werde nichts zu den Aussagen eines ehemaligen Apostolischen Nuntius sagen, denen zufolge er von Vorwürfen gegen Erzbischof Theodore McCarrick wusste, und trotzdem Sanktionen gegen ihn aufhob. Die Leute sollten sich ihre eigene Meinung über die Behauptungen bilden, so Franziskus.

Auf die Frage, ob es wahr sei, dass Erzbischof Carlo Viganò, der Verfasser der Erklärung, ihn 2013 über McCarricks angebliches sexuelles Fehlverhalten mit Priestern und Seminaristen informiert habe, und ob es wahr sei, dass Benedikt XVI. zuvor Sanktionen gegen den ehemaligen Kardinal verhängt habe, sagte der Papst, er sei von der vorherigen Frage abgelenkt und hätte lieber über die Reise gesprochen.

"Ich habe die Erklärung heute Morgen gelesen, und ich muss Ihnen aufrichtig sagen, dass ich Ihnen und all denen, die daran interessiert sind, dies sagen muss: Lesen Sie die Erklärung sorgfältig durch und treffen Sie Ihr eigenes Urteil", antwortete er. "Ich werde kein einziges Wort dazu sagen."

An Bord des päpstlichen Fliegers auf dem Weg von Dublin nach Rom am 26. August sagte Franziskus, er glaube an die "journalistische Fähigkeit, eigene Schlüsse zu ziehen", und nannte dies einen "Akt des Glaubens".

"Wenn die Zeit vergeht und Ihr Eure Schlussfolgerungen gezogen habt, werde ich vielleicht darüber sprechen. Aber ich möchte, dass Eure berufliche Reife die Arbeit für Euch erledigt. Es wird Euch gut tun", sagte er den Pressevertretern.

Auf die Nachfrage, wann er zum ersten Mal von den Missbrauchsvorwürfen gegen McCarrick erfahren habe, antwortete Papst Franziskus: "Das ist Teil der Erklärung. Studiert es und dann werde ich [etwas] sagen."

Die Fragen an den Papst bezogen sich auf eine elf Seiten lange Aussage Erzbischof Carlo Maria Vigano, die am späten Samstag (Ortszeit) veröffentlicht wurde.

In seinem "Zeugnis" behauptet Viganò — der von 2011 bis 2016 als Apostolischer Nuntius in Washington D.C. diente — unter anderem, dass Benedikt XVI. Ende der 2000er Jahre "gegen Kardinal McCarrick Sanktionen verhängt" hatte. Viganò habe persönlich Papst Franziskus von diesen Sanktionen im Jahr 2013 erzählt.

Hanna Brockhaus begleitete den Papst auf seine Reise und im Flugzeug. Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original von AC Wimmer.

Letztes Update mit einer Rechtschreibkorrektur am 27. August um 1:47 Uhr morgens.

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