Papst: Lehre der Kirche über das Ewige Leben nicht ausreichend bekannt

Die Auferstehung Christi von Rafaellino del Garbo (1510)
Foto: Wikimedia / Gemeinfrei
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Papst Franziskus hat die Mitglieder der Päpstlichen Akademien ermutigt, die Schönheit der Lehre von Ewigkeit und Auferstehung an einen zentralen Platz in der Evangelisierung zu rücken.

Der Pontifex erinnerte an die Rolle der Ewigkeit in seiner Botschaft an Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur, anlässlich der Vollversammlung der Akademien.

Die Lehre der Kirche über das Ewige Leben und die Auferstehung werde nicht ausreichend gelehrt und sei daher auch nicht ausreichend bekannt, so Franziskus anlässlich der XXIII. öffentlichen Sitzung der Päpstlichen Akademien.

"Ich hoffe, dass es sowohl auf theologischer Ebene als auch auf der Ebene der Verkündigung, der Katechese und der christlichen Ausbildung ein erneuertes Interesse und eine Reflexion über die Ewigkeit geben wird, ohne die die Dimension der Gegenwart einer endgültigen Bedeutung, der Fähigkeit zur Erneuerung, der Hoffnung auf die Zukunft beraubt wird", so der Papst.

Es gehe darum "wirksam und leidenschaftlich" in der Sprache als auch dem eigenen Leben daran zu erinnern, was "die Hoffnung [ist], die uns belebt und dem christlichen Zeugnis in der Welt Kraft gibt: die Schönheit der Ewigkeit".

Der Papst bekräftigte, dass die Worte des Großen Glaubensbekenntnisses - dem Nicäno-Konstantinopolitanum - die Hoffnung auf ewige Erlösung reflektieren: "Wir erwarten die Auferstehung der Toten / und das Leben der kommenden Welt."

Diese Worte, diese Hoffnung sind "der wesentliche Kern des christlichen Glaubens, einer Realität, die eng mit dem Bekenntnis zum Glauben an Christus verbunden ist, der gestorben und wieder auferstanden ist", betonte der Papst.

Trotz seiner Bedeutung und Zentralität im christlichen Glauben warnte er jedoch, dass "die eschatologische Reflexion über das Ewige Leben und über die Auferstehung nicht den Raum und die Aufmerksamkeit finden, die sie in Katechese und Feiern verdient".

Franziskus wörtlich weiter: "Manchmal scheint es, dass dieses Thema vergessen und freiwillig weggelassen wird, weil es anscheinend weit weg vom täglichen Leben ist, und der zeitgenössischen Sensibilität fremd".

Die heutige Kultur sei geprägt von der "Schließung transzendenter Horizonte, dem Rückzug in sich selbst, die fast ausschließliche Verbindung zur Gegenwart, das Vergessen oder Zensieren der Dimensionen der Vergangenheit und vor allem der Zukunft".

Aber auch die "Sprache, die in der Predigt oder in der Katechese zur Verkündigung dieser Glaubenswahrheit verwendet wird, mag heute praktisch unverständlich erscheinen und manchmal ein wenig positives und attraktives Bild des Ewigen Lebens vermitteln", so der Papst in seiner Botschaft.

Als Gegenmittel ermutigte der Papst zu einer Rückkehr zu den klassischen Texten des Christentums. Insbesondere empfahl er den Heiligen und Kirchenlehrer Gregor von Nyssa und seiner Predigt über das Hohelied Salomos.

Franziskus wies darauf hin, dass der heilige Gregor "das ewige Leben als eine existentielle Bedingung begriff, nicht statisch, sondern dynamisch und lebendig".

Er zitierte auch den heiligen Thomas von Aquin, der betonte, dass "im ewigen Leben die Vereinigung des Menschen mit Gott erfüllt ist".

In diesem Sinne versicherte er, dass die Überlegungen der Kirchenväter und der großen Theologen dazu beitragen können, die "Schönheit der Ewigkeit" wirksam zu vermitteln.

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