Papst warnt Jesuiten vor geistiger Weltlichkeit

Papst Franziskus spricht zu Mitgliedern des römischen Kollegs der Jesuiten im Saal des Konsistoriums am 3. Dezember 2018
Foto: Vatican Media
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Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Jesuitenkollegs in Rom hat Papst Franziskus die Mitglieder der Hochschulgemeinschaft aufgefordert, sich der Ursprünge der Gesellschaft Jesu zu besinnen. Der Pontifex warnte seine Ordensbrüder vor dem Übel der geistigen Weltlichkeit.

Der Papst traf sich mit Studenten und Mitarbeitern des Internationalen Jesuitenkollegs der Gesù von Rom. Das Kolleg wurde 1968 von Pater Pedro Arrupe gegründet, einem ehemaligen Generaloberen des Ordens, dessen Heiligsprechungsverfahren eröffnet worden ist.

Franziskus verwies auf das Buch des Leviticus im Alten Testament und ermutigte die Jesuiten, zu den Fundamenten des Ordens zurückzukehren und sich auf die Nachahmung Christi zu konzentrieren.

Der Heilige Vater betonte drei Schritte, um den Jesuiten in ihrer Mission und im christlichen Leben zu helfen - auf dem festen Fundament Gottes zu stehen, zu wachsen und zu reifen.

Mit Blick auf den Feiertag verwies er auf ein Zitat des heiligen Franz Xaver, Mitbegründer des Jesuitenordens und Missionar in Asien. Er sagte: "Ich bitte euch, in all euren Angelegenheiten, euch ganz auf Gott zu verlassen."

Papst Franziskus sagte, dass die Bewohner des Kollegs, die dort wohnen, wo der Gründer der Jesuiten, der heilige Ignatius von Loyola, gelebt und die Verfassungen des Ordens geschrieben wurden, die Grundlage des Ordens stärken müssen.

Zweitens betonte der Papst die Notwendigkeit des Wachstums - eine innere Entwicklung des Herzens und die Bereitschaft, das Evangelium zu predigen. Er sagte, dass sich ein "gut veredeltes Herz" in Gott ausdehnen kann, aber es wird verfallen, wenn es stagniert.

"Das Herz, wenn es nicht offen ist, verkümmert. Vergiss das nicht. Wenn es nicht wächst, verwelkt es", sagte er.

Wachstum erfordert Beschneidung, fuhr Franziskus fort. Das größte Übel sei damit zu bekämpfen: die Weltlichkeit. In diesem Kampf kann es keinen Kompromiss geben, aber es muss einen konsequenten Sieg gegen das eigene Ego geben, sagte er. Denn diese Weltlichkeit führe auch zum Klerikalismus.

Der Papst betonte zwei positive Zeichen des Wachstums - Gehorsam und Freiheit. Die Hingabe an die Sendung kann nicht aus der Knechtschaft herrühren, sondern aus der Hingabe eines freien Sohnes, sagte er und bemerkte, dass, wenn es einen konsequenten Kampf gegen den Geist der Welt gibt, es Früchte geben wird.

Schließlich sagte Papst Franziskus, dass es Reife geben muss. Er betonte, dass dies von den Früchten bestimmt wird, "welche die Erde mit neuen Samen befruchten". 

Papst Franziskus beendete seine Rede mit einem Segen und bat die Anwesenden, zu versprechen, für ihn zu beten, wie er für sie beten wird.

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