Das Pentagon rätselt über UFOs. Aber was sagt die Kirche zu Außerirdischen?

Bild eines ungeklärten Phänomens im Luftraum
Foto: Material, das vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten im Jahr 202 freigegeben wurde

Am Dienstag fand im US-Repräsentantenhaus eine offizielle Anhörung statt zu dem, was das amerikanische Militär "nicht identifizierten Luftphänomenen" (Unidentified Aerial Phenomena, kurz UAPs) nennt und im deutschsprachigen Raum gemeinhin UFOs heißt. 

Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren sprachen Vertreter des Pentagon - des Hauptsitzes der Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten – in dieser Kammer des amerikanischen Kongresses darüber.

Sie teilten mit, dass amerikanische Soldaten auf nicht identifizierte Luftobjekte oder -phänomene gestoßen seien. Insgesamt seien seit 2004 insgesamt 400 Meldungen diesbeüglich eingegangen.

Laut Angaben der Agentur Efe und weiterer Medien waren auch der US-Unterstaatssekretär für Geheimdienst und Sicherheit, Ronald Moultrie, und der stellvertretende Direktor des Marine-Geheimdienstes, Scott Bray, bei der Anhörung zugegen.

Als er von einem Kongressabgeordneten gefragt wurde, ob er irgendein Land kenne, das hinter UFOs stecken könnte, antwortete Bray, er wisse es nicht. "Ich würde nur sagen, dass es eine Reihe von Ereignissen gibt, für die wir keine Erklärung haben", fügte er hinzu.

Aber was sagt die katholische Kirche zu UFOs und Außerirdischen?

Am 18. Mai veröffentlichte Pater Mario Arroyo, der seinen Doktortitel der Philosophie an der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz (Santa Croce) in Rom erhalten hatte, auf seinem Blog "Teologia para Millennials" (Theologie für Millenials) einen Artikel mit dem Titel "Ovnis y la Iglesia" (UFOs und die Kirche). 

"Das erste, worauf wir hinweisen müssen, ist, dass es derzeit keine offizielle Position der Kirche zu diesem Thema gibt. Das ist logisch, es ist eine Frage der Vorsicht: sich nicht zu mysteriösen Realitäten zu äußern, von denen wir nicht mit Sicherheit wissen, was sie sind", erklärte der Priester, der jetzt Professor an der Universidad Panamericana in Mexiko-Stadt ist.

“Die Kirche erkennt UFOs weder an noch lehnt sie sie ab. Sie wartet auf das, was Wissenschaftler, oder in diesem Fall das Militär, als gut begründet herauskristallisieren können."

Und wenn es Außerirdische gäbe, fuhr der Priester fort, "würden wir von der offensichtlichen Tatsache ausgehen, dass sie Geschöpfe Gottes wären, wie der Rest der Schöpfung. Außerirdisch ist kein Synonym für nicht erschaffen; und wenn es etwas Erschaffenes ist, ist es auch von Gott abhängig."

Nachdem er erklärt hatte, dass "weder die Bibel noch der Katechismus behaupten, dass wir die Einzigen im Universum sind – so ist es doch gewiss, dass sie für uns gemacht sind."

Wenn es Außerirdische gäbe, "wäre auch die Beziehung zu Christus ein interessanter Gegenstand theologischer Studien, da die gesamte Schöpfung, einschließlich des außerirdischen Lebens, in Christus geschaffen wurde und in ihm die Vollendung findet."

"Die kosmische Zentralität von Jesus Christus würde nicht diskutiert werden, aber seine Art der Beziehung zu unseren interstellaren Nachbarn müsste spezifiziert werden", betonte er.

Abschließend kommentierte Pater Arroyo, dass "die Entdeckung außerirdischen Lebens eine Explosion von Unbekannten voraussetzen würde, das die Theologie nach und nach geduldig aufklären müsste."

Was sagt der Vatikan zu Aliens?

Vor einigen Jahren erklärte der damalige Direktor der Vatikanischen Sternwarte, der argentinische Jesuit und Astronom José Gabriel Funes, auch wenn es möglich sei, dass Leben außerhalb des Planeten Erde existiere, würde dies doch nichts an der christlichen Sichtweise des Universums änderm.

"Ich sehe keine Schwierigkeiten für den katholischen Glauben", versicherte er.

Im Gespräch mit unserer spanischsprachigen Schwesternagentur ACI Prensa sagte der Priester, wenn es außerirdisches Leben gäbe, "müssten wir Katholiken unsere Sicht des Universums nicht ändern."

Denn "Gott hätte in seiner Freiheit andere intelligente Geschöpfe erschaffen können, die Teil der Schöpfung sein könnten."

2018 veröffentlichte der derzeitige Direktor der Vatikanischen Sternwarte, der Jesuit und Astronom Guy Consolmagno zusammen mit Pater Paul Mueller, ebenfalls Jesuit und Astronom, das Buch "Would You Baptize an Extraterrestrial" (Würdest du einen Außerirdischen taufen?), in dem sie diese Frage und andere Themen analysieren, wie beispielsweise den Urknall und Galileos Beziehung zur Kirche.

Eine Rezension des Buches erinnert an das, was Papst Franziskus am 12. Mai 2014 in der Predigt der Heiligen Messe sagte, die er in der Casa Santa Marta im Vatikan zelebrierte. Damals stellte er eine Betrachtung dazu an, wie der Heilige Geist weht, wo er will.

"Wenn zum Beispiel morgen eine Expedition von Marsmenschen ankäme, grün, mit großen Ohren und langer Nase, so wie sie die Kinder malen... wenn einer sagen würde: ´Ich will getauft werden´. Was würde passieren?" sagte der Heilige Vater, der dann aber nicht weiter auf dieses Thema einging.

Im August 2020 veröffentlichte Pater Funes zusammen mit den Experten Luciana Gramajo und Marcelo Lares im International Journal of Astrobiology einen Artikel zum Problem der "Estimation of the probability of causal contacts between communicating civilizations" - der Einschätzung der Whrscheinlichkeit kausaler Kontakte zwischen Zivilisationen (der Galaxien).

Ohne Annahmen über das intelligente Leben im All zu machen, analysieren die Autoren, wie wahrscheinlich es wäre, dass zwischen mehreren potentiellen Agenten, die fähig wären, Signale zu senden und zu empfangen, kausale Kontakte entstehen könnten. 

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