Sacrosanctum Concilium – die Konzilskonstitution erklärt von Benedikt XVI.

Papst Benedikt
Foto: CNA / Anne Hartney
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Am 4. Dezember jährte sich zum 54. Mal der Tag der Veröffentlichung der Konzilskonstitution Sacrosanctum Concilium über die heilige Liturgie. Sie ist die erste der vier Konstitutionen, die Frucht des II. Vatikanischen Konzils gewesen waren. Ihr Text hat – nach dem Ende des Konzils – die liturgische Reform in Gang gebracht.

Die Leitlinien des Textes sahen eine "Vereinfachung" der Liturgie vor und führten die Landessprachen in die Zelebrationen ein.

Werfen wir eine Blick auf die Erklärung, die Papst Benedikt XVI. in einer seiner letzten Generalaudienzen hinsichtlich dieser Konstitution gab.

Als junger Professor hatte Joseph Ratzinger als Assistent von Kardinal Joseph Frings, Erzbischof von Köln, an den Arbeiten des Konzils teilgenommen.

"Indem es mit dem Thema »Liturgie« begonnen hat, hat das Konzil den Primat Gottes, seine absolute Priorität ganz deutlich herausgestellt" erklärte Papst Benedikt.

An anderer Stelle sagte er: "Es ist kritisiert worden, das Konzil habe über vieles gesprochen, aber nicht über Gott. Es hat über Gott gesprochen! Und es war der erste und wesentliche Akt, über Gott zu sprechen und alle Menschen, das ganze heilige Volk, für die Anbetung Gottes zu öffnen, in der gemeinsamen Feier der Liturgie des Leibes und Blutes Christi. In diesem Sinne war es – über praktische Faktoren hinaus, die davon abrieten, sofort mit kontroversen Themen zu beginnen – sozusagen wirklich ein Akt der Vorsehung, dass am Beginn des Konzils die Liturgie steht, Gott steht, die Anbetung steht."

Zu den wesentlichen Vorstellung des Konzils gehörte – so weiter Benedikt XVI. – "vor allem das Ostergeheimnis als Mittelpunkt des Christseins und somit des christlichen Lebens, des Jahres, der christlichen Zeit, was in der Osterzeit und im Sonntag zum Ausdruck kommt, der stets der Tag der Auferstehung ist. Immer wieder beginnen wir unsere Zeit mit der Auferstehung, mit der Begegnung mit dem Auferstandenen, und von der Begegnung mit dem Auferstandenen her gehen wir in die Welt. In diesem Sinne ist es schade, dass der Sonntag heute zum Wochenende geworden ist, während er doch der erste Tag, der Anfang ist. Innerlich müssen wir uns dessen immer bewusst sein, dass er der Anfang ist: der Anfang der Schöpfung und der Anfang der Neuschöpfung in der Kirche, Begegnung mit dem Schöpfer und mit dem auferstandenen Christus. Auch dieser zweifache Inhalt des Sonntags ist wichtig: Er ist der erste Tag, also das Fest der Schöpfung – wir stehen auf der Grundlage der Schöpfung, wir glauben an Gott, den Schöpfer –, und Begegnung mit dem Auferstandenen, der die Schöpfung erneuert; sein wahres Ziel ist es, eine Welt zu schaffen, die Antwort auf die Liebe Gottes ist."

Sacrosanctum Concilium hat auch – erläuterte Papst Benedikt – einen weitere Grundsatz gestärkt:die Verständlichkeit, statt eingeschlossen zu sein in eine unbekannte, nicht gesprochene Sprache, und auch die aktive Teilnahme. Leider wurden diese Grundsätze auch falsch verstanden. Verständlichkeit bedeutet nicht Banalität, denn die großen Texte der Liturgie – auch wenn sie in der Muttersprache gesprochen werden – sind nicht einfach zu verstehen; sie bedürfen einer ständigen Weiterbildung des Christen, damit er wächst und immer tiefer in das Geheimnis eindringt und so verstehen kann. Und auch das Wort Gottes – wenn ich Tag für Tag an die Lesung des Alten Testamentes und auch an die Lesung der Paulusbriefe, der Evangelien denke: Wer könnte von sich sagen, daß er es sofort versteht, nur weil es in der eigenen Sprache ist? Nur eine ständige Bildung des Herzens und des Verstandes kann wirklich Verständlichkeit schaffen und eine Teilnahme, die nicht nur äußerliches Handeln ist, sondern ein Eintreten der Person, meines Seins, in die Gemeinschaft der Kirche und so in die Gemeinschaft mit Christus."

Einige Jahren zuvor hatte Benedikt XVI. die italienischen Bischöfen dazu aufgerufen – und dabei Sacrosanctum Concilium zitiert – , "die Liturgie als ewige Quelle der Erziehung zum richtigen Leben des Evangeliums zur Geltung kommen zu lassen. Sie führt in die Begegnung mit Jesus Christus ein, der beständig mit Worten und Werken die Kirche aufbaut und sie entsprechend der Tiefe des Hörens, der Brüderlichkeit und der Sendung gestaltet. Die Riten sprechen kraft der ihnen innewohnenden Vernünftigkeit und Mitteilbarkeit und erziehen zu einer bewussten, aktiven und fruchtbaren Teilnahme."

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