Festnahme: Täter nach Brandanschlag auf Katholische Kirche in Florida verhaftet

Die Kirche der Pfarrei "Königin des Frieden" nach dem Feuer am 11. Juli 2020
Foto: Marion County Sheriff’s Office

Ein Mann aus Florida hat am Samstag einen Brandanschlag auf eine katholische Kirche verübt, während sich Gläubige im Gotteshaus befanden, die sich auf die Eucharistiefeier vorbereiteten.

Der 24-jährige Stephen S., der sich mittlerweile in Haft befindet, wird zur Last gelegt, versuchten Mord, Brandstiftung, Einbruch und weitere Delikte begangen zuhaben. 

Verletzt wurde nach Angaben der Diözese offenbar niemand. Zur praktisch gleichen Zeit wurde eine Jahrhunderte alte Kirche in Kalifornien von einem Brand zerstört.

Der Sheriff von Marion County berichtete am 11. Juli, dass Beamte gegen 7.30 Uhr in die katholische Kirche "Königin des Friedens" in Ocala (Bistum Orlando) gerufen wurden, während sich die Gemeindemitglieder drinnen auf die Morgenmesse vorbereiteten.

Der Täter sei mit einem "Minivan" durch die Tür der Kirche gebrochen und habe dann ein Feuer gelegt, während Menschen im Gotteshaus waren, teilte das Büro des Sheriffs mit. Ein lokales Medienunternehmen, Orlando News 6, berichtete, dass der Mann das Gebäude mit einem Brandsatz in Brand gesteckt habe.

Das Büro des Sheriffs sagte, der Mann sei nach einer Verfolgungsjagd schließlich festgenommen worden.

Örtlichen Medienberichten zufolge sagte Stephen S. der Polizei, man habe bei ihm Schizophrenie diagnostiziert. Er nehme derzeit jedoch keine Medikamente ein. Er sagte, er sei am Samstagmorgen mit einer "Mission" aufgewacht und habe das Benzin für die Brandstiftung an einer nahe gelegenen Tankstelle gekauft, so "Ocala-News".

Der mutmaßliche Täter zitierte gegenüber Polizisten auch Bibelstellen, insbesondere das Buch der Offenbarung, und erklärte ihnen seine Vorbehlate gegen die Katholische Kirche, meldete "Ocala-News". Berichten zufolge sagte er den Beamten, dass er die Folgen seiner Handlung verstehe, erklärte aber gleichzeitig, die Brandstiftung sei "phantastisch". Sich selbst bezeichnete der Mann als "König".

Im Jahr 2019 wurde Stephen S. verhaftet, nachdem er eine Frau mit einem Stemmeisen bedroht und gesagt hatte, er wolle sie töten. Damals sagte der Mann, er wolle die Frau mit seinem Stemmeisen töten, damit er "seine Klingen nicht beschmutzt", so "Ocala-News".

Indessen zeigte sich das Bistum in einer Stellungnahme erleichtert, dass niemand zu Schaden worden sei.

"Wir preisen Gott, dass niemand verletzt wurde. Wir schließen uns dem Gebet für Pater O'Doherty an, für die Gemeindemitglieder der katholischen Kirche Königin des Friedens, unsere Ersthelfer und für den Mann, der diesen Schaden verursacht hat. Mögen wir den Frieden des Herrn kennenlernen", so die Diözese Orlando am Samstagnachmittag (Ortszeit) gegenüber CNA.

Die Kirche Königin des Friedens ist eine der wenigen in der Region, in der auch die traditionelle lateinische Messe gefeiert wird. Einmal wöchentlich wird sie von einem Priester der Petrusbruderschaft gelesen, der von einer Kirche in Sarasota nach Ocala fährt – eine Strecke von etwa 240 Kilometern. Das Bistum hat daher einen Pfarrsaal zur Verfügung gestellt, damit die Gläubigen dort weiter zur gewohnten Zeit die heilige Messe in ihrer überlieferten Form feiern können.

Brand in Kirche in Kalifornien

Zur praktisch gleichen Zeit wie der Brandanschlag in Florida verwüstete ein gewaltiges Feuer außerhalb von Los Angeles eine von St. Junipero Serra gegründete Missionskirche in San Gabriel im Erzbistum Los Angeles.

Erzbischof Jose Gomez von Los Angeles bezeichnete das Feuer in der von St. Junipero Serra gegründeten Mission als "verheerend". 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Kirche zu retten, berichtete die "Los Angeles Times". Dennoch entstand massiver Schaden.

"Gott sei Dank ist niemand verletzt worden", sagte Gomez. "Ich bin hier, um mit den Menschen zu beten. Das Dach ist zerstört, und in der alten Kirche gibt es große Schäden. Heiliger Junípero, bete für diese Stadt, diesen Staat und dieses Land, bei dessen Gründung du geholfen hast."

Die San-Gabriel-Mission war die vierte Mission, die vom heiligen Junípero Serra gegründet wurde, einem Franziskanerpriester, der eine Reihe von Missionen in ganz Kalifornien gründete. Serra half, Tausende von kalifornischen Ureinwohnern zum Christentum zu bekehren, und brachte ihnen neue landwirtschaftliche Verfahren bei.

Viele der Missionen von Serra bilden das Herzstück der heute größten Städte des Staates - darunter San Diego, San Francisco und Los Angeles.

Als Fürsprecher der Ureinwohner und Verfechter der Menschenrechte stand Serra oft in Konflikt mit den spanischen Behörden, was die Behandlung der Indigenen betraf.

Serra wurde von Papst Franziskus während eines Besuchs in den Vereinigten Staaten im Jahr 2015 heilig gesprochen.

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