Vatikan bestätigt Sanktionen gegen Bischof, der Friedensnobelpreisträger ist

Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo
Foto: José Fernando Real (CC BY-SA 4.0)

Der Vatikan hat den 74-jährigen Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo wegen sexuellen Missbrauchs sanktioniert. Der Bischof hatte 1996 den Friedensnobelpreis erhalten.

Der Direktor des Presseamtes des Vatikans, Matteo Bruni, bestätigte in einer Erklärung am Donnerstag, dass die Kongregation für die Glaubenslehre die "erste war, die 2019 in den Fall involviert war" und einige Restriktionen verhängt hatte.

"Dazu gehörten Einschränkungen seiner Mobilität und der Ausübung seines Dienstes, das Verbot des Kontakts zu Minderjährigen, Interviews und Kontakte mit Osttimor", so Bruni.

"Im November 2021 wurden diese Maßnahmen modifiziert und verstärkt. Beide Male wurden die Maßnahmen vom Bischof angenommen“, erklärte Bruni.

Die Aussage über den emeritierten Apostolischen Administrator von Dili in Osttimor erfolgt, nachdem die Zeitschrift De Groene Amsterdammer am 28. September einen Artikel veröffentlicht hatte, in dem zwei mutmaßliche Opfer Bischof Ximenes Belo beschuldigen, sie in den 1990er-Jahren missbraucht zu haben.

Der Rücktritt des Bischofs aus Osttimor, einem überwiegend katholischen Land, wurde im November 2002 angenommen, als er erst 54 Jahre alt und etwas mehr als 14 Jahren in dieser Position tätig war.

Damals führte der Bischof gesundheitliche Gründe für seinen Rücktritt an.

Danach zog er zunächst nach Portugal und dann nach Mosambik, ein portugiesischsprachiges Land wie Osttimor. In Mosambik arbeitete der Prälat mit Kindern und Jugendlichen.

Der Bischof erhielt 1996 zusammen mit José Ramos-Horta, dem derzeitigen Präsidenten von Osttimor, den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz für die Menschenrechte im Konflikt zwischen dem kleinen asiatischen Land und dem mehrheitlich muslimischen Indonesien.

1999, drei Jahre nach der Verleihung des Nobelpreises, griff Indonesien Osttimor nach einem Referendum an, in dem sich das kleine asiatische Land von den indonesischen Bindungen befreite.

In einer Welle extremer Gewalt fanden rund 5000 Menschen Zuflucht beim Bischof.

Am 6. September desselben Jahres griff die Miliz seine Wohnung an und steckte sie in Brand. Der Bischof floh, kehrte aber im Oktober zurück.

Laut einem der von De Groene Amsterdammer befragten Zeugen kam es nach der Rückkehr des Bischofs ins Land erneut zu sexuellem Missbrauch.

Die vom niederländischen Magazin befragten Männer bestätigen, dass Bischof Ximenes Belo ihnen Geld gegeben hat, nachdem er sie missbraucht hatte, um sie ruhig zu halten, und dabei die extreme Armut im Land ausgenutzt hatte.

Neben dem Fall Belo gibt es einen weiteren Priester in Osttimor, der des Missbrauchs angeklagt ist: Richard Daschbach, der 2021 für schuldig befunden und wegen Missbrauchs verwaister Mädchen zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Carlos Filipe Ximenes Belo wurde am 3. Februar 1948 geboren. Am 21. September 1973 legte er seine ewige Profess als Salesianer ab. Am 26. Juli 1980 wurde er im Alter von 32 Jahren zum Priester geweiht. Er wurde am 21. März 1988 zum Apostolischen Administrator von Dili ernannt und am 19. Juni desselben Jahres, im Alter von 40 Jahren, zum Bischof geweiht.

"Was ich will, sind Entschuldigungen von Belo und der Kirche. Ich möchte, dass sie das Leid anerkennen, das sie mir und anderen zugefügt haben, damit sich diese Gewalt und dieser Machtmissbrauch nicht wiederholen", erklärte eines der mutmaßlichen Opfer.

"Trauer und Bestürzung"

"Mit tiefer Trauer und Bestürzung hat das portugiesische Aufsichtsorgan der Salesianischen Gesellschaft von dem Bericht über den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Bischof D. Ximenes Belo erfahren", heißt es in einer an diesem Donnerstag veröffentlichten Erklärung der Salesianer.

Diese Erklärung hebt auch hervor, dass Ximenes Belo seit seiner Ernennung zum Bischof nicht von den Salesianern abhängig sei.

"Die Provinz Portugal hat ihn in den letzten Jahren, auf Wunsch seiner hierarchischen Vorgesetzten, als Gast empfangen. Seit er in Portugal ist, hatte er keine erzieherische oder pastorale Aufgabe oder Verantwortung im Dienst unserer Kongregation", schreiben die Salesianer.

Die Erklärung weist schließlich darauf hin, dass "wir von den Angelegenheiten, die im Zusammenhang mit den Nachrichten stehen, keine Kenntnis haben und uns deshalb dazu nicht äußern können. Wir verweisen diesbezüglich auf jene, die die entsprechende Kompetenz und das entsprechende Wissen haben."

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