Wegen Corona-Virus: Geburtskirche in Bethlehem geschlossen

Die Geburtskirche in Bethlehem im Jahr 2008
Foto: Berthold Werner / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Die Geburtskirche in Bethlehem wird wegen der Angst vor COVID-19 auf unbestimmte Zeit geschlossen – und das wenige Wochen vor dem Osterfest, zu dem zehntausende Pilger in die biblischen Stadt strömen.

Wie das orthodoxe Portal "Pravmir" berichtet, ist die Entscheidung des palästinensischen Tourismusministeriums eine von mehreren Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Der Iran, das Epizentrum des Virus in der Region, sagte, er werde Kontrollpunkte einrichten, um den Reiseverkehr zwischen den Großstädten zu beschränken, und forderte die Bürger auf, den Gebrauch von Papiergeld zu reduzieren, um den sich ausbreitenden Ausbruch zu bekämpfen, der mindestens 107 Menschen in der gesamten Islamischen Republik getötet hat.

In Italien, das noch schlimmer betroffen ist als der Iran, wurden weitere Maßnahmen getroffen, die auch den Vatikan betreffen, wie CNA Deutsch berichtete. Der Heilige Stuhl prüft am heutigen Freitag weitere Schritte gegen die Epidemie, teilte das Presseamt der Kurie mit.

Unter anderem könnten die Vatikanischen Museen geschlossen werden – so wie etwa bereits der Louvre in Paris.

Bereits jetzt hat sich die Zahl der Touristen und Pilger um 90 Prozent reduziert. 

Die Geburtskirche in Bethlehem wurde geschlossen, nachdem der Verdacht aufgekommen war, dass vier Palästinenser sich den Virus eingefangen hatten, so "Pravmir". Dies führte zu einer Flut von Maßnahmen, die unter anderem ein Verbot für alle Touristen aus dem Westjordanland für eine unbestimmte Zeit und die Schließung anderer Gotteshäuser in Bethlehem für zwei Wochen beinhaltete.

Falls sich die vier Verdachtsfälle bestätigen sollten, wären es die ersten in den palästinensischen Gebieten.

Die Kirche, die auf der Grotte errichtet wurde, in der die Christen glauben, dass Jesus geboren wurde, reiht sich in eine Liste prominenter Touristenziele und heiliger Stätten ein, die ihre Türen verschlossen haben, nachdem die Angst vor der Verbreitung des Virus, der Zehntausende infiziert und weltweit mehr als 3.000 Menschen getötet hat, gestiegen ist.

"Wir respektieren die Anweisungen der zuständigen Behörden", sagte Wadie Abunassar, eine Beraterin der katholischen Kirchenvertreter im Heiligen Land. "Sicherheit steht an erster Stelle."

Nicht nur die Katholische Kirche zieht Konsequenzen: Auch Muslime sind von Sicherheitsmaßnahmen betroffen.

Saudi-Arabien hat in der vergangenen Woche Pilgerfahrten in die heilige Stadt Mekka verboten, während der Iran die islamischen Freitagsgebete in den Großstädten abgesagt hat.

Die Geburtskirche empfängt nach Angaben palästinensischer Beamter etwa 10.000 Touristen pro Tag.

Es wird eigentlich erwartet, dass sie während der geschäftigen Osterzeit Zehntausende von Besuchern, viele davon ausländische Touristen, empfangen wird. Ob und wieviele Besucher tatsächlich kommen, ist derzeit noch völlig unklar.

Touristen, die sich derzeit im Westjordanland aufhalten, wurden angewiesen, nach dem Ende ihrer Buchungen das Land zu verlassen.

"Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der Saison", sagte der Sprecher des palästinensischen Tourismusministeriums, Jeres Qumsiyeh.

"Die Touristen reisen ab, und innerhalb weniger Tage wird kein einziger Tourist mehr in der Stadt sein.

Im Iran kündigte Gesundheitsminister Saeed Namaki auf einer Fernseh-Pressekonferenz die neuen Beschränkungen seines Landes an.

Er fügte hinzu, dass Schulen und Universitäten bis zum persischen Neujahrsfest in Nowruz am 20. März geschlossen bleiben.

"Wir werden das Kommen und Gehen streng kontrollieren", sagte er.

Der Iran und Italien haben außerhalb Chinas die höchsten Zahlen an Todesopfern weltweit. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz breitet sich die Epidemie weiter aus.

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