Zum 13. Todestag: Christen gedenken des entführten chaldäischen Erzbischofs Paulos Rahho

Zerstörtes Haus im irakischen Mossul im Januar 2020
Foto: Ennolenze / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)

Kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus im Irak gedenken irakische Christen des chaldäischen Erzbischofs von Mossul, Paulos Faraj Rahho, am dreizehnten Jahrestag seiner Entführung und Ermordung. Sie fordern neue Untersuchungen zur Aufklärung der Rätsel, die seinen Märtyrertod immer noch umgeben.

Am 29. Februar 2008 wurde das Auto, in dem der Erzbischof unterwegs war, von einer Gruppe unbekannter bewaffneter Männer angegriffen. Erzbischof Rahho hatte gerade die Heilig-Geist-Kirche verlassen, wo er den Kreuzweg mit Gläubigen gebetet hatte. Der Fahrer und zwei seiner Mitarbeiter, die mit ihm im Fahrzeug saßen, wurden sofort getötet, während der Erzbischof entführt wurde, berichtet der Pressedienst der päpstlichen Missionswerke.

Nach Tagen intensiver Verhandlungen mit den Entführern, die eine "Kopfsteuer" (Jizya) zur Unterstützung des "Dschihad" verlangten, wurde seine Leiche am 12. März bei einem Friedhof im Bezirk Karama aufgefunden. Die Ursachen seines Todes wurden nie endgültig geklärt – Familienmitglieder vermuten nach eigenen Aussagen, dass hinter seiner Ermordung nicht Islamisten, sondern kurdische Kreise steckten. Während Mossul sich nun auch darauf vorbereitet, Papst Franziskus im Irak willkommen zu heißen, ruft das Informationsportal "ankawa.com" dazu auf, das Dossier der Untersuchung dieser Entführung erneut aufzurollen, um die Verantwortlichen für diese Entführung und die kriminelle Tat, die zu seinem Tod führte, zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen.

In der Zeit nach 2003, dem militärischen Eingreifen der USA und dem Sturz des Regimes unter Saddam Hussein, war die Stadt Mossul Schauplatz einer Eskalation von Gewalt, Verbrechen und Entführungen gegen die christlichen Gemeinden.
Die Synode der chaldäischen Bischöfe hatte bereits im September 2016 die Eröffnung des Verfahrens zur Seligsprechung von Erzbischof Rahho sowie den chaldäischen Priester Raghiid Aziz Ganni und Schwester Cecilia Moshi Hanna auf die Tagesordnung gesetzt, die 2002 in Bagdad getötet wurden. Im Mai 2018 genehmigte die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren den Beginn des Seligprechungsprozesses von Pfarrer Raghiid Ganni und den drei Diakonen Basman Yousef Daud, Wahid Hanna Isho und Gassan Isam Bidawid die bei einem bewaffneten Anschlag auf die Heilig-Geist-Kirche in Mossul am 3. Juni 2007 getötet wurden.

Ende Oktober 2019 endete die diözesane Phase der Seligsprechungsverfahren und der Bestätigung des Martyriums der 48 Diener Gottes, die am 31. Oktober 2010 in Bagdad von einem terroristischen Kommando beim Anschlag auf die syrisch-katholische Kirche der Muttergottes von der ewigen Hilfe in Bagdad getötet wurden.

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