Redaktion, 02 Februar, 2026 / 9:00 AM
Die sechste und letzte Synodalversammlung des deutschen Synodalen Wegs ist am Wochenende in Stuttgart zu Ende gegangen. In einer „Erklärung der Synodalversammlung“ hieß es, man werde mit der geplanten Synodalkonferenz „ein Instrument gewinnen, um dauerhaft die systemischen Dimensionen des Machtmissbrauchs zu bekämpfen“.
Im Jahr 2019 hatte Kardinal Reinhard Marx in seiner damaligen Funktion als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) den Synodalen Weg lanciert. Hintergrund war eine erste Studie zum sexuellen Missbrauch durch Geistliche.
„Auf dem Synodalen Weg ging es darum, die systemischen Faktoren zu überwinden, die Missbrauch, sexualisierte Gewalt und deren Vertuschung begünstigen“, erinnerte die Erklärung. „Von diesem gemeinsamen Ausgangspunkt aus konnten mit großen Mehrheiten Beschlüsse gefasst werden, die auf Reformen und Veränderungen ausgerichtet sind.“
Inwiefern diese Veränderungen sexuellen Missbrauch verhindern könnten, führte der Text nicht aus. So hatten die Teilnehmer des Synodalen Wegs, jeweils mit Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der Bischöfe, etwa beschlossen, dass Laien regulär die Taufe spenden und die Predigt in der Messe halten sollen. Auch die Offenheit für die Frauenordination, vor allem für weibliche Diakone, war Teil des Synodalen Wegs und wurde von der großen Mehrheit der Bischöfe unterstützt.
Die Erklärung führte mit Blick auf die Synodalkonferenz, die den Synodalen Weg verstetigen soll, aus, ihr Ziel sei es „Partizipation, Transparenz und Rechenschaft zu sichern, Diskriminierung zu bekämpfen und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern“.
Ob der Vatikan der Satzung der Synodalkonferenz zustimmen wird, ist noch offen. Der Knackpunkt ist die Idee des gemeinsamen Beratens und Entscheidens von Diözesanbischöfen und Nicht-Bischöfen. In der Satzung heißt es: „Die berät und fasst Beschlüsse im Sinne ‚synodaler Entscheidungsprozesse‘ (vgl. Abschlussdokument der Bischofssynode, Nr. 94) zu wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens von überdiözesaner Bedeutung.“
Auch die „Erklärung der Synodalversammlung“ betonte jetzt: „Die Synodalkonferenz führt durch gemeinsame Beratungen zu gemeinsamen Beschlüssen.“
Der Vatikan unter Papst Franziskus und nun unter Papst Leo forderte trotz aller Kritik am Synodalen Weg nie förmlich, den Prozess mit seinen teils radikalen Änderungsbestrebungen an der überlieferten kirchlichen Lehre zu beenden und Gremien nur so einzurichten, wie es kirchenrechtlich problemlos möglich ist und wie sie in Deutschland auf allen Ebenen existieren.
Nun besteht die Lösung der deutschen Frage entweder darin, die Satzung zu genehmigen, womit alle bisherige vatikanische Kritik als substanzlos erscheinen würde, oder die Satzung abzulehnen, wodurch der Eindruck entstünde, dass der Vatikan erst dann durchgreift, wenn es um die Macht der Bischöfe geht, nicht aber zuvor, wenn zentrale Punkte der katholischen Lehre in Frage gestellt wurden – nicht nur in Sachen Frauenordination und regulärer Taufspendung durch Laien, sondern auch etwa, was homosexuelle Betätigung angeht.
Die Synodalversammlung unterstrich in ihrer letzten Sitzung, die Kirche habe „die Aufgabe, in unserer zerrissenen Welt die Frohe Botschaft sichtbar zu machen. Ihre Sendung ist es, sich aus Liebe zu Gott für die Menschenwürde und die Menschenrechte einzusetzen, für den Frieden in Freiheit, für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Sie ist eine diakonische Kirche. Die katholische Kirche in Deutschland steht im engen Austausch mit der Weltkirche. Es braucht die ökumenische Verbundenheit, den Dialog der Religionen und Bündnisse mit allen Menschen guten Willens.“
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