Jetzt, da die Weltsynode zur Synodalität in Rom mit einem veränderten Zeitplan in ihre letzte Woche geht, richten sich alle Augen auf den für Samstagabend erwarteten Brief an das Volk Gottes.

Die Tradition, dass die Synode einen solchen Brief - oder ein ähnliches Dokument oder eine Botschaft an die Gläubigen - verfasst, ist alles andere als neu. In diesem Jahr soll das Dokument jedoch eine neue Richtung einschlagen, zumindest in der Art und Weise, wie es verfasst wird: Anders als das zusammenfassende Dokument, das am Ende der Veranstaltung verabschiedet werden soll, dient dieses Schreiben als Kompass, der den Weg für den synodalen Prozess weist.

Wie Paolo Ruffini, Präfekt des Dikasteriums für Kommunikation, es ausdrückt, soll der Brief, auch wenn es sich bei der Zusammenfassung um ein "Übergangsdokument" handelt, den gewünschten Weg der Synode aufzeigen, der wichtige Themen wie Frieden, Migration und die Ausrichtung auf den Papst und das päpstliche Lehramt umfasst, die in der letzten Diskussionswoche heftig diskutiert wurden.

Jesuitenkardinal Jean-Claude Hollerich, der Generalrelator der Synode, hat bereits in seiner Eröffnungsrede einen "Fahrplan" für die nächste Phase der Synode skizziert. Es sollen verschiedene Vorschläge gesammelt werden, wobei unklar ist, ob neue kontinentale oder andere lokale Etappen folgen werden.

Der Wille des Generalsekretariats der Synode scheint es zu sein, eine solide und durchdringende Präsenz in den Prozessen zu haben. Daher wird alles davon abhängen, was das Sekretariat von den regionalen und kontinentalen Gremien verlangt.

Die Tagesordnung dieser Woche

Die Diskussionen begannen in den Kleingruppen am Montag nach der Messe und der theologischen Reflexion. Nach der Überprüfung und Abstimmung über den Brief folgt eine Denkpause bis zum 24. Oktober, bevor am Nachmittag die Kommission für den zusammenfassenden Bericht tagt. Am 25. Oktober tritt die Vollversammlung zusammen, um den vom Generalrelator vorgelegten Entwurf des Syntheseberichts zu prüfen, gefolgt von einem offenen Diskurs am Nachmittag und einem Rosenkranzgebet in den Vatikanischen Gärten.

Am 26. Oktober wird in kleinerem Kreis über Änderungsanträge zum Synthesebericht beraten, und am Nachmittag wird in der Vollversammlung die nächste Phase des synodalen Prozesses diskutiert. Nach einer Pause am 27. Oktober wird das Dokument am 28. Oktober vormittags und nachmittags in der Audienzhalle besprochen, bevor es verabschiedet wird und die Synode mit dem Te Deum endet.

Theologische Beratungen

Während sich die Synode ihrem Ende nähert, sorgt der Aufruf des Papstes zur Vertraulichkeit dafür, dass die Debatten größtenteils intern geführt werden, ohne dass es jedoch praktische Lösungen für zentrale Fragen wie den Rückgang der Berufungen oder den schwankenden Glauben gibt, selbst in traditionell katholischen Nationen. Die Synode war am 20. Oktober Gastgeber einer Veranstaltung im Petersdom mit dem Titel "Unbeschadet des Primats des Stuhls Petri: Die Ausübung des Petrusamtes in einer synodalen Kirche", die das Gleichgewicht zwischen päpstlichem Primat und Kirchenreform in einem synodalen Kontext untersuchte.

Unter der Moderation des Priesters Dario Vitali und mit Diskussionen von Theologen wie den Priestern Leonardo Pelonara und Luca Massari wurde die Beziehung zwischen Primat, Kollegialität und möglichem Dissens gegenüber päpstlichen Entscheidungen analysiert. Der Diskurs berührte auch das Bestreben von Papst Franziskus, die Bischofskonferenzen zu stärken, und behauptete, dass die Rezeption päpstlicher Dokumente nicht nur passiv sei, sondern ein Aufruf an die Laien, sich zu engagieren und zu unterscheiden, wobei die Bischöfe den Prozess überwachen, um Spaltungen zu vermeiden.

Rosalba Manes, Professorin für Neues Testament, vertiefte sich in die Erzählung vom letzten Abendmahl im Johannesevangelium und betonte die Lehren, die sich daraus für die Apostel von heute in Bezug auf Dienstbereitschaft und Führungsqualitäten ergeben. Sie forderte sie auf, das Beispiel Jesu und Petri der Selbstlosigkeit und des Schutzes anderer nachzuahmen.

Weichenstellung für die Woche – und das kommende Jahr

Das Thema des päpstlichen Primats wird zweifelsohne ein Hauptthema der Synode sein und das Abschlussdokument beeinflussen. Die Debatte schwankt zwischen denjenigen, die die Strukturen der Kirche verändern wollen – und dabei eine Vielzahl von Ideen haben – und denjenigen, die für die zentrale Rolle des Papstes eintreten.

Unabhängig davon, wohin die Nadel des Kompasses zeigt, wird diese Synodensitzung zweifellos die Weichen für die Versammlung im Jahr 2024 stellen.