„Bete und arbeite!“ – Diese Synthese der Regel des heiligen Benedikt folgend ist es für Trappisten und Trappistinnen üblich, ihren Lebensunterhalt eigenständig und mit ihrer Hände Arbeit zu erwirtschaften. Während in vergangenen Zeiten die Arbeit in der Landwirtschaft einen großen Raum eingenommen hat, ist dieser Erwerbszweig heute nur noch selten anzutreffen.

Vor einigen Jahren sind die Trappisten von Iowa im Herzen der USA dazu übergegangen, Särge herzustellen und zu verkaufen. Mit dieser Tätigkeit erwirtschaften sie den größten Teil des Lebensunterhalts für die Mönche, Mitarbeiter und Gäste sowie für den Unterhalt der klösterlichen Gebäude.

Die Tatsache, dass Trappisten Särge herstellen, entbehrt zunächst nicht einer gewissen Ironie. Denn die Mönche dieses Ordens brauchen selbst keine Särge, da ihr Leichnam üblicherweise ohne Sarg direkt in ein Grab gelegt wird. Doch mit der Herstellung von Särgen haben die Mönche Anteil an der jahrhundertealten Tradition der Werke der Barmherzigkeit, zu denen das Begraben der Toten und das Gebet für die Verstorbenen gehört.

„Indem wir trauernden Familien einen einfachen, schönen Sarg zur Verfügung stellen, der mit Gebet angefertigt und gesegnet wurde, trösten wir nicht nur die Kinder Gottes mit gebrochenem Herzen, sondern erfreuen auch den Herrn selbst, dessen Lehren er mit glühender Liebe und Fürsorge erfüllt sieht.“

Mit ihrem handwerklichen Können sehen sich die Trappisten als Teilhaber am fortlaufendem Schöpfungswerk Gottes. Sie schätzen die körperliche Bewegung, die manuelle Arbeit mit sich bringt. Ganz in der Tradition der Betrachtung der menschennotwendigen sinnvollen Betätigung sehen sie ihre Handarbeit als eine gesunde Ergänzung zur „lectio divina“ (geistliche Lesung), dem Studium und dem kontemplativen Gebet. Schließlich sehen sie auch einen durchaus tiefen Sinn darin, als Zimmerleute in gewisser Weise solidarisch mit Jesus und Josef zu sein, die auf ähnliche Weise ihren Lebensunterhalt verdienten.

Für die Herstellung der Trappistensärge wurde eine kleine Fabrik nahe der Abtei errichtet. „Trappist Caskets“ werden von Mönchen und Laien aus Massivholz hergestellt. Der einfache rechteckige Fichtensarg ist das günstigste Modell und ab 1.500 Dollar erhältlich. Weitere Särge werden aus hochwertigen klassischen Harthölzern gefertigt, was den verschiedenen Modellen Schönheit und Stabilität verleiht. Etwa ein Drittel des verwendeten Holzes (Walnuss, Eiche oder Kiefer) stammt aus eigenen Wäldern.

„Jeder Trappistensarg ist mit einem Klarlack versehen, der die Schönheit des Holzes hervorhebt, und ist mit acht leicht zu fassenden Griffen und einem zweiteiligen Deckel ausgestattet. Schlicht, aber elegant gepolstert mit Kissen, Matratze, … einem Andenkenkreuz, das auf dem Deckel ruht. Jedes Kreuz ist abnehmbar, damit die Lieben es als Andenken aufbewahren können.“

Die Mönche legen Wert darauf zu betonen, dass jeder fertige Sarg von ihnen gesegnet wird.

Noch vor den Jahren des amerikanischen Bürgerkriegs kamen Trappistenmönche aus der irischen Abtei Mount Melleray in die Vereinigten Staaten. Ihre Geschichte ist auf „Blut und Opfer“ gegründet und wird als „Wunder Gottes“ bezeichnet.

Als in den späten 1840er Jahren Irland von einer großen Hungersnot heimgesucht wurde, segelten die ersten Trappisten von Mount Melleray nach Nordamerika. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten suchten sie nach einem geeigneten Ort, um ein Kloster errichten zu können.

Den Mississippi aufwärts kamen sie nach Iowa und ließen sich im Osten des Bundesstaates, nahe der Grenze zu Illinois bei der Stadt Dubuque auf einem 600 Hektar großen Prärie- und Waldland nieder.

Weitere 16 Mönche aus dem Mutterkloster in Irland machten sich 1849 auf die Reise zum neuen Kloster am Mississippi. Doch als sie im November jenes Jahres von New Orleans den großen Fluss hinaufsegelten, starben sechs von ihnen an Cholera. Die ankommenden erwartete ein unmenschlich harter nordamerikanischer Winter.

„Angesichts der Verhältnisse in den ersten Jahren kann man verstehen, dass die Pioniere von den Abgängen von Novizen und Postulanten sowie auch einiger Professmönche nicht wirklich überrascht waren. Doch ihre Liebe zu Gott und ihr fester Wille, in Amerika ein Kloster zu gründen, ließen sie nicht einschüchtern.“

Sie knüpften von Beginn an gute Beziehungen zu ihren Nachbarn, die alle in dem dünn besiedelten Land um ihr Leben kämpften. Zwei der ersten Mönche von New Melleray, die ersten beiden Prioren, wurden zu Bischöfen ernannt und fehlten der jungen Mönchsgemeinschaft: Timothy Clement Smyth (1810–1865) war von 1858 bis 1865 zweiter Bischof von Dubuque; James Myles O’Gorman (1804–1874) war von 1859 bis 1874 Apostolischer Vikar des damaligen Nebraska-Territoriums.

„Blut und Opfer“ – aber auch andere Prüfungen wurden der Gemeinschaft abgefordert. Erst nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs (1865) konnten Klostergebäude aus Stein und in neugotischem Stil errichtet werden. Im Laufe der Zeit waren oftmals Umbauten notwendig.

Eine alternde Gemeinde, die extreme Armut und ein Mangel an Berufungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts veranlassten den Generalabt des Ordens zu der Aussage, dass „ein Wunder Gottes“ erforderlich sei, um den Zusammenbruch von New Melleray zu verhindern.

Doch die Mönche bewirtschafteten weiterhin ihr Land und bauten ihr Kloster aus Kalkstein, den sie selbst in einem Steinbruch holten, weiter aus. Erst nach und nach schlossen sich junge amerikanische Männer der Abtei an – angezogen von der Echtheit des Lebens der Trappisten.

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs zählte die Klostergemeinde über 50 Mönche. Nach dem Zweiten Weltkrieg war im Jahr 1950 die Abtei New Melleray sogar in der Lage, selbst ein Kloster zu gründen: die in Ava im Bundesstaat Missouri gelegene Assumption Abbey. Heute leben in New Melleray etwa 20 Mönche.