Öffentliches Schuldbekenntnis spanischer Priester

Priester bei der Feier der heiligen Messe (Referenzbild)
Foto: Michael O'Sullivan / Unsplash CC0
17 May, 2021 / 9:22 AM

Womöglich scheint manchen die nachstehende „Grundsatzerklärung“ wie ein altmodischer Ansatz, wie ein Problem anzugehen ist. Aber vielleicht ist es auch ein konstruktiver Beitrag zur Überwindung einer Krise des Priestertums

In einer „Grundsatzerklärung der Priestervereinigung vom hl. Anton Maria Claret“ in Vich (Spanien) vom 16. Mai 1969 haben Priester ein öffentliches Schuldbekenntnis abgelegt. Sie taten dies nach einem herzlichen Bekenntnis zu ihrer Berufung und dem Aufzeigen ihrer Gefährdungen. (La pensée catholique 122,1969)

Jesus sagte zu Petrus und den Jüngern, sicher aber auch zu allen Priestern und den Gläubigen, dass wir nicht nur „sieben Mal, sondern bis siebzigmal sieben Mal“ dem Nächsten vergeben sollen  (Matthäus 8,22). Damit sagt uns Jesus, dass wir selbst arme Sünder sind, jetzt und solange wir leben. Darum benötigen wir selbst jetzt und immer wieder Vergebung und wir sollen den anderen verzeihen und vergeben.

„Wir kommen nicht umhin, bestürzt zu sein über unsere Sünden, über unsere Priestersünden, nicht nur über unsere persönlichen Sünden, sondern auch die unseres ganzen Standes.

Vor Gott unserm Herrn und vor dem gläubigen Volk bitten wir öffentlich um Verzeihung

— für unsere Treulosigkeiten im Gebet,

— für die schlechten Beispiele, die wir gegeben haben,

— für unser Schweigen, wenn es unsere Pflicht war, offen über die Sünde und ihre Folgen zu predigen,

— für so viele Apostasien, die den Glauben der einfachen Menschen erschüttern oder zerstören,

— für die falschen Ratschläge, die unserer Jugend gegeben wurden,

— für unser unseres priesterlichen Charakters unwürdiges Verhalten in der Öffentlichkeit.

— für unsern Mangel an Liebe und Einigkeit unter uns Priestern,

— für unsern Ungehorsam gegenüber der Hierarchie,

— für unsern aufreizenden Luxus,

— für unsere Verfehlungen gegen die Armut,

— für unsere Sünden des Stolzes, des Neides und der Faulheit,

— für die schweren Schäden, welche verursacht sind durch die Verwirrung der Lehre, die Zweideutigkeiten und feigen Hinterhältigkeiten in der Darlegung und Verteidigung der Glaubenswahrheit, der Moral und der Disziplin der Kirche von Seiten jener, deren heilige Pflicht es ist, sie selbst um den Preis des Martyriums zu wahren.

Aus all diesen Gründen bitten wir Gott in aller Demut und Erschütterung, uns allen, die wir Priester sind, wahre Reue und entschlossene Bußgesinnung zu schenken.“

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