Vatikanstadt, 25 Januar, 2026 / 12:15 AM
Papst Leo XIV. hat beim Angelusgebet am Sonntag eingeräumt, Jesus habe seine Verkündigung offenbar zu einem Zeitpunkt begonnen, „der nicht gerade günstig erscheint“.
„Johannes der Täufer wurde gerade verhaftet, und daher sind die Oberhäupter des Volkes wenig geneigt, die Botschaft des Messias anzunehmen“, erläuterte Leo die Umstände. „Es ist eine Zeit, die zur Vorsicht mahnen würde, doch gerade in dieser dunklen Situation beginnt Jesus, das Licht der frohen Botschaft zu bringen: ‚Denn das Himmelreich ist nahe.‘“
„Auch in unserem persönlichen und kirchlichen Leben denken wir manchmal wegen innerer Widerstände oder aufgrund von Umständen, die wir als ungünstig erachten, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist, das Evangelium zu verkünden, eine Entscheidung zu treffen, eine Wahl zu treffen, eine Situation zu ändern“, führte er aus. Dabei sei jedoch die Gefahr, „in Unentschlossenheit oder übertriebener Vorsicht stecken zu bleiben, während das Evangelium uns auffordert, das Risiko des Vertrauens einzugehen“.
Gott sei „zu jeder Zeit am Werk“, und jeder Zeitpunkt sei „gut für den Herrn, auch wenn wir uns nicht bereit fühlen oder die Situation nicht optimal erscheint“.
Neben der Frage nach dem Zeitpunkt stellte Leo auch jene nach dem Ort, „an dem Jesus seine öffentliche Sendung beginnt“, nämlich laut Matthäus-Evangelium in Kafarnaum: „Er bleibt jedenfalls in Galiläa, einem Gebiet, das hauptsächlich von Heiden bewohnt wird und aufgrund des Handels auch ein Land der Durchreise und der Begegnungen ist; man könnte sagen, ein multikulturelles Gebiet, das von Menschen unterschiedlicher Herkunft und religiöser Zugehörigkeit durchquert wird.“
So zeige das Evangelium, „dass der Messias aus Israel kommt, aber die Grenzen seines Landes überschreitet, um den Gott zu verkünden, der allen nahe sein will, der niemanden ausschließt, der nicht nur für die Reinen gekommen ist, sondern sich vielmehr in menschliche Situationen und Beziehungen einbringt“.
„Auch wir Christen müssen daher die Versuchung überwinden, uns zu verschließen“, mahnte der Pontifex. „Das Evangelium muss nämlich unter allen Umständen und in jedem Umfeld verkündet und gelebt werden, damit es zu einem Sauerteig der Geschwisterlichkeit und des Friedens zwischen den Menschen, zwischen den Kulturen, Religionen und Völkern wird.“
Abschließend betonte Papst Leo: „Brüder und Schwestern, wie die ersten Jünger sind wir aufgefordert, den Ruf des Herrn anzunehmen, in der Freude um das Wissen, dass er jede Zeit und jeden Ort unseres Lebens aufsucht und mit seiner Liebe durchdringt.“
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