Redaktion - Freitag, 2. Januar 2026, 15:30 Uhr.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing von Limburg, hat in seiner Silvesterpredigt betont: „Jeder Christ, jede Glaubende ist ein Wunder der Gnade Gottes.“
Er forderte die Gläubigen, sich selbst eingeschlossen, auf, „nicht von der Zugehörigkeit der Mehrheit auszugehen, sondern von unten hinaufzählen, so wie es auch am Anfang des Christentums war“.
„In Frankreich sind die Zahlen Erwachsener, die in den vergangenen Jahren nach der Taufe fragen, sprunghaft gestiegen“, rief Bätzing in Erinnerung. „Offensichtlich suchen Menschen im katholischen Glauben Orientierung. Die Verantwortlichen zeigen sich nach wie vor überrascht über diese Entwicklung.“
Der Bischof fügte hinzu: „Angesichts der Krise der Kirchenbindung und der enormen Zahlen an Kirchenaustritten hierzulande hat Paul Zulehner zuletzt angemerkt: ‚Und wer sagt uns denn, dass es keine De-Säkularisierung geben kann, keine partielle Entsäkularisierung?‘ Eine Umfrage im Auftrag der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland hat jüngst ergeben, dass etwas mehr als die Hälfte der jungen Katholiken in Deutschland sich auch erneut für die katholische Kirche entscheiden würde.“
„Mir macht dieses Signal Mut“, konstatierte der DBK-Vorsitzende. „Und ein Pfarrer bestätigt es mir: Es sind keine Massen, aber es vergeht keine Woche, dass nicht jemand um ein Gespräch zur Wiederaufnahme in die Kirche bittet oder sich ganz neu für den katholischen Glauben interessiert.“
Die nackten Zahlen der Kirchenstatistik, die jährlich von der DBK veröffentlicht werden, sprechen indes eine deutliche Sprache. So sank die Zahl der Katholiken in Deutschland im Jahr 2024 erstmals unter 20 Millionen. Ihren Glauben praktizieren allerdings nur rund 1,3 Millionen Katholiken, indem sie regelmäßig an der Sonntagsmesse teilnehmen.
Rund 213.000 Bestattungen und fast 322.000 Kirchenaustritten standen 2024 nur etwas mehr als 116.000 Taufen sowie 1.839 Kircheneintritte und 4.743 Wiedereintritte gegenüber.
Im Bistum Limburg, für das Bätzing seit 2016 zuständig ist, also seit inzwischen fast zehn Jahren, gehen nur noch 36.000 Menschen sonntags zur Messe. Nur 2.534 Taufen wurden gespendet, aber fast 5.500 Bestattungen vorgenommen. Die Zahl der Kircheintritte und Wiederaufnahmen lag insgesamt bei unter 400, während mehr als 10.000 Katholiken aus der Kirche austraten.





