Kirche in Österreich ermöglicht Priesterausbildung neben der Berufstätigkeit

Priesterkragen (Symbolbild)
Peakpx (CC0 1.0)

In Österreich ist es künftig unter bestimmten Umständen möglich, neben der regulären Berufstätigkeit die Priesterausbildung zu absolvieren. Konkret geht es um spätberufene Kandidaten im alter von 45 bis 60 Jahren, wie Kathpress am Montag unter Berufung auf die Regentenkonferenz der Priesterseminare Österreichs berichtete.

Die Ausübung der bisherigen Berufstätigkeit sei in „Ausnahmefällen“ auch nach der Priesterweihe „in einem adäquaten Umfang“ möglich. Über eine solche Regelung im Einzelfall müsse jedoch das jeweilige Bistum im Vorfeld entscheiden.

Die neuartige Priesterausbildung berücksichtige „die Lebensrealität der Kandidaten“, so der Bericht. Von Seiten der Regentenkonferenz hieß es, „Männer, die bereits Verantwortung getragen haben“, seien durch die berufsbegleitende Ausbildung ermutigt, „ihre Gaben für die Kirche einzusetzen“.

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Im Jahr 2025 wurden in Österreich mindestens 26 Priester geweiht, wie katholisch.at im Juni berichtete. Damals hieß es: „Lag das Durchschnittsalter der Kandidaten bei der Weihe in den vergangenen Jahren meist bei 35 Jahren und mehr, so beträgt es diesmal nur 34 Jahre, da die Hälfte der angehenden Priester erst zwischen 27 und 31 Jahre alt sind. Der Trend zu weniger spätberufenen und mehr jungen angehenden Neupriestern setzt sich somit fort, die Gesamtzahl ist leicht gestiegen.“

Nichtsdestotrotz ist es Spätberufenen nun möglich, ohne mehrjährigen Rückzug in ein Priesterseminar – und einem damit verbundenen mehr oder minder deutlichen Rückzug aus der Welt – ihre Priesterausbildung zu absolvieren. Die Spätberufenen, so die Regentenkonferenz, seien eine „wertvolle Bereicherung für die Kirche, da sie ihre beruflichen Kompetenzen in den Dienst der Gemeinde stellen können“.

Kathpress berichtete am Montag zum Verlauf der Ausbildung: „Grundlegende Elemente für diese spezielle Gruppe von Priesteramtsanwärtern sind einerseits das theologische Studium auf Bachelor-Niveau oder höher, an einer Hochschule, Universität oder auch per Fernstudium; auch ein rein kirchlicher Abschluss soll möglich sein. Andererseits findet die Ausbildung und Begleitung auf praktischer und spiritueller Ebene in den jeweiligen Priesterseminaren statt. Individuell werden dabei Ausbildungsschritte vereinbart, welche auch die beruflichen Verpflichtungen berücksichtigen, mit dem Ziel, alle notwendigen theologischen und spirituellen Kompetenzen zu erarbeiten.“