Papst Leo unterstreicht Bedeutung der Beziehung zu Gott

Papst Leo XIV.
Daniel Ibáñez / EWTN News

Papst Leo XIV. hat am Mittwoch den Konzilstext Dei verbum über die göttliche Offenbarung als „eine der schönsten und wichtigsten Konstitutionen des Konzils“ gewürdigt und die Bedeutung der Beziehung zu Gott unterstrichen. Er begann damit seine in der letzten Woche angekündigte Katechesenreihe über das Zweite Vatikanische Konzil im Rahmen der Generalaudienzen, die jeden Mittwoch stattfinden.

Der Konzilstext erinnere daran: „Jesus Christus verändert die Beziehung des Menschen zu Gott radikal, die fortan eine Beziehung der Freundschaft ist. Daher ist die einzige Bedingung des neuen Bundes die Liebe.“

In Anlehnung an den heiligen Augustinus erläuterte der Pontifex: „Gott ist Gott und wir sind Geschöpfe. Mit dem Kommen des Sohnes in menschlicher Gestalt öffnet sich der Bund jedoch seinem endgültigen Ziel: In Jesus macht Gott uns zu Söhnen und Töchtern und ruft uns dazu auf, ihm ähnlich zu werden, wenn auch in unserer zerbrechlichen Menschlichkeit. Unsere Ähnlichkeit mit Gott wird also nicht durch Übertretung und Sünde erreicht, wie es die Schlange gegenüber Eva suggeriert (vgl. Gen 3,5), sondern in unserer Beziehung zum menschgewordenen Sohn.“

„Der Gott der Genesis sprach bereits mit unseren ersten Eltern und trat mit ihnen in einen Dialog (vgl. Dei verbum, 3); und als dieser Dialog durch die Sünde unterbrochen wurde, hörte der Schöpfer nicht auf, die Begegnung mit seinen Geschöpfen zu suchen und einen Bund mit ihnen zu schließen“, führte Leo aus. „In der christlichen Offenbarung, d. h. als Gott in seinem Sohn Mensch wurde, um uns zu suchen, wird der unterbrochene Dialog endgültig wiederhergestellt: Der Bund ist neu und ewig, nichts kann uns von seiner Liebe trennen.“

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„Die Offenbarung Gottes hat also den dialogischen Charakter der Freundschaft und duldet, wie in der Erfahrung menschlicher Freundschaft, kein Schweigen, sondern wird durch den Austausch wahrer Worte genährt“, betonte er.

Es sei indes wichtig, „den Unterschied zwischen Worten und Geschwätz zu erkennen: Letzteres bleibt an der Oberfläche und führt nicht zu Gemeinschaft zwischen Menschen, während in authentischen Beziehungen das Wort nicht nur dazu dient, Informationen und Neuigkeiten auszutauschen, sondern auch zu offenbaren, wer wir sind. Das Wort besitzt eine offenbarende Dimension, die eine Beziehung zum anderen schafft. Auf diese Weise offenbart sich Gott uns, indem er zu uns spricht, als ein Verbündeter, der uns zur Freundschaft mit ihm einlädt.“

„Aus dieser Perspektive ist die erste Haltung, die es zu pflegen gilt, das Zuhören, damit das göttliche Wort unseren Verstand und unser Herz durchdringen kann; gleichzeitig sind wir aufgefordert, mit Gott zu sprechen, nicht um ihm mitzuteilen, was er bereits weiß, sondern um uns selbst uns selbst zu offenbaren“, stellte der Papst klar.

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So sei „das Gebet notwendig, in dem wir dazu aufgerufen sind, Freundschaft mit dem Herrn zu leben und zu pflegen. Dies geschieht zunächst im liturgischen und gemeinschaftlichen Gebet, in dem wir nicht entscheiden, was wir aus dem Wort Gottes hören wollen, sondern Er selbst ist es, der durch die Kirche zu uns spricht; dann geschieht es im persönlichen Gebet, das im Inneren des Herzens und des Geistes stattfindet. Zeit für Gebet, Meditation und Reflexion darf im Tages- und Wochenablauf eines Christen nicht fehlen. Nur wenn wir mit Gott sprechen, können wir auch über ihn sprechen.“