Hilfswerk Renovabis begrüßt anvisierte Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik

Thomas Schwartz, Hauptgeschäftsführer von Renovabis
Michael Kunz / People Pictures

Das für Osteuropa zuständige kirchliche Hilfswerk Renovabis hat die anvisierte Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik begrüßt. Der am Montag vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vorgestellte Plan stelle „einen wichtigen Schritt hin zu einer strategisch ausgerichteten Kooperationspolitik“ dar.

„Besonders die deutliche Gewichtung der östlichen EU-Nachbarschaft und der Ukraine als Fokusregionen findet die volle Unterstützung des katholischen Hilfswerks“, teilte Renovabis mit.

In dem Plan, der den Titel „Zukunft zusammen global gestalten“ trägt, heißt es: „Die deutsche Entwicklungspolitik konzentriert sich auf den Wiederaufbau in Syrien, Ukraine und perspektivisch in Gaza. Die deutsche Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Kommunen werden über digitale Plattformen und gezielte Formate (Runde Tische) einbezogen.“

Ein Wiederaufbau brauche „flexible Instrumente, exzellente Vor-Ort-Kenntnis sowie kurzfristig sichtbare Erfolge mit dem nötigen langen Atem für echten nachhaltigen Wiederaufbau der Strukturen (capacity development)“, so das BMZ. „Das ist in Deutschlands bestem Interesse – für Deutschlands Sicherheit, für wirtschaftliche Beziehungen und für Perspektiven der Menschen in Krisenregionen.“

Der Hauptgeschäftsführer von Renovabis, Pfarrer Thomas Schwartz, erklärte: „Es ist ein wichtiges und richtiges Signal, dass das BMZ Entwicklungspolitik als geopolitisches Gestaltungsinstrument begreift. Die ausdrückliche Anerkennung kirchlicher Träger als Teil eines deutschen Alleinstellungsmerkmals zeigt, wie stark die Bundesregierung den Wert gewachsener, zivilgesellschaftlicher Strukturen schätzt.“

Wiederaufbau bedeute indes „mehr als Infrastruktur, mehr als das Verlegen von Rohren und das Errichten von Gebäuden“, stellte Schwartz klar. „Echter Frieden braucht die Heilung von Traumata, Bildungsgerechtigkeit und starke lokale Kirchengemeinden, die für viele Menschen die letzten verbliebenen Ankerpunkte darstellen. Wir erwarten, dass kirchliche Partner bei der Ausgestaltung der Regionalstrategien systematisch einbezogen werden.“

Renovabis profitiert von Zuwendungen des BMZ. Im Jahresbericht für 2024 – ein aktuelleres Dokument liegt noch nicht vor – ist von sechs Millionen Euro die Rede, die vom BMZ über die Katholische Zentralstelle für Entwicklungshilfe (KZE) bei Renovabis landeten. Bei Gesamteinnahmen von 35,9 Millionen Euro stellt diese Summe immerhin einen Anteil von mehr als 16 Prozent dar.

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