Messerangriff auf protestantische Pastorin während Gottesdienst im Ulmer Münster

Blick auf das Ulmer Münster
screenshot / YouTube / OS Drohnenaufnahmen

Am Sonntag kam es im Ulmer Münster während eines Gottesdienstes offenbar zu einem Messerangriff auf eine 39-jährige protestantische Pastorin. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter, einen 28-jährigen Mann, auf dem Münsterplatz vor der Kirche fest.

Auf dem Weg zur Pastorin habe der Verdächtige "zunächst sechs Holzfiguren an Kirchenbänken beschädigt", so die Polizei. "Dann sei er mit dem Messer auf die Pfarrerin zugegangen. Aus etwa einem Meter Entfernung soll er mehrmals mit dem Messer in ihre Richtung gestoßen haben."

Die Pastorin konnte ausweichen "und wurde deshalb nicht verletzt".

"Sie rief über Mikrofon um Hilfe, so dass Besucher des Gottesdienstes auf den Vorfall aufmerksam wurden", heißt es weiter. "Der 28-Jährige soll dann das Kabel des Lautsprechers durchtrennt haben. Er wendete sich von der Pfarrerin ab und verließ das Münster, nachdem er mehrfach durch Anwesende dazu aufgefordert worden war."

Der mutmaßliche Täter befindet sich in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird "wegen des dringenden Verdachts des versuchten Totschlags" ermittelt. Das Tatmotiv ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft werde "auch den psychischen Zustand des 28-Jährigen begutachten lassen", teilte die Polizei mit. 

Das Ulmer Münster ist mit knapp über 161 Metern die höchste Kirche weltweit. Von 1377 an wurde die Kirche als katholisches Gotteshaus erbaut, ging aber 1530 in der Reformation an die Protestanten. Der Kirchturm wurde erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt.

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